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Taikonauten kehren heil zurück

Dem Weltraumflug von drei Astronauten mit einem ersten Einsatz im freien All sollen der Aufbau einer Raumstation und eine bemannte Landung auf dem Mond folgen.

Zhai Zhigang, Liu Boming und Jing Haipeng landeten am Sonntag in ihrer Raumkapsel «Shenzhou 7» bei klarem Himmel in der weiten Steppe der Inneren Mongolei. «Die Astronauten fühlen sich sehr gut», sagte Zhai, als die Raumkapsel an einem riesigen Fallschirm zu Boden glitt. Die Raumfahrer blieben noch 46 Minuten in der Kapsel, um sich wieder allmählich an die Schwerkraft anzupassen. Danach kletterten sie aus der Luke ins Freie und winkten in die Kameras.

«Es war eine ruhmreiche Mission, voller Herausforderungen und mit einem erfolgreichen Abschluss», sagte Bordkommandant Zhai. «Wir sind stolz auf das Vaterland.» Ministerpräsident Wen Jiabao verfolgte die Landung in der Bodenstation in Peking und applaudierte den Astronauten. «Der Erfolg dieser Mission ist ein Meilenstein, ein Schritt nach vorn», sagte Wen. «Das Volk des Vaterlands wird euren historischen Beitrag nie vergessen.»

Der viertägige Weltraumflug war einen Monat nach dem Ende der Olympischen Spiele in Peking ein weiterer Schub für den Patriotismus der Chinesen. Der 13 Minuten dauernde Aufenthalt von Zhai im freien All wurde vom staatlichen Fernsehsender CCTV und auf Grossleinwänden live übertragen. «Grüsse an alle Menschen der Nation und alle Menschen in der Welt», sagte Zhai, während er in seinem 4,4 Millionen Dollar teuren Raumanzug durch den Weltraum schwebte. Auch Liu Boming erschien kurz ausserhalb der Raumkapsel, um Zhai eine chinesische Flagge zu überreichen.

«Der erste chinesische Fussabdruck» im All

Der Ausseneinsatz 340 Kilometer über der Erde diente wissenschaftlichen Experimenten. Führende Mitglieder der Kommunistischen Partei, darunter Staatspräsident Hu Jintao, verfolgten das Geschehen in der Kommandozentrale. Der erfolgreiche Einsatz der Astronauten sei «ein neuer Durchbruch in unserem bemannten Raumfahrtprogramm», erklärte Hu.

Die Zeitung «Beijing Ri Bao» jubelte am Sonntag, der «kleine Schritt von Zhai Zhigang» sei «ein grosser Schritt in der Geschichte des chinesischen Volkes». Die «Zhongguo Qingnian Bao» schrieb, im All sei nun «der erste chinesische Fussabdruck» hinterlassen.

Der Weltraumflug war eine entscheidende Etappe des chinesischen Raumfahrtprogramms - er ist die Voraussetzung für die Einrichtung einer permanenten Raumstation aus zwei «Shenzhou»-Modulen. China will ausserdem den Mond erforschen und könnte in den kommenden zehn Jahren eine Landung auf dem Erdtrabanten versuchen - möglicherweise noch vor dem von der US-Raumfahrtbehörde NASA anvisierten Termin für eine Rückkehr zum Mond im Jahr 2020.

AP/mbr

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