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Schwebende Augen über Afghanistan

In eineinhalb Jahren sollen drei gewaltige Zeppelin-Nachfolger über dem Kriegsgebiet in Afghanistan kreuzen. Das Comeback einer historischen Technologie?

Nur 18 Monate bis zur Fertigstellung: Grafische Darstellung des Luftschiffs vom Hersteller.
Nur 18 Monate bis zur Fertigstellung: Grafische Darstellung des Luftschiffs vom Hersteller.
www.northropgrumman.com

Das grösste Luftschiff, das derzeit durch die Lüfte schwebt, ist der Zeppelin NT mit einer Länge von 75 Metern und einem Durchmsser von 14,2 Metern – ein kleiner Fisch, verglichen mit dem Gefährt, das der amerikanische Rüstungskonzern Northrop Grumman in den kommenden 18 Monaten vom Stapel lassen und einsatzreif testen soll.

Obwohl es mit einer Pilotenkanzel ausgerüstet wird, soll das Luftschiff von mehr als 100 Metern Länge in der Regel unbemannt fliegen: bis zu drei Wochen am Stück in sechs Kilometern Höhe über Afghanistan, um die Bewegungen der Truppen und das Geschehen auf dem Boden zu verfolgen. Unter gewöhnlichen Bedingungen soll der Zeppelin-Nachfolger laut Presseberichten und dem Hersteller mit 37 Stundenkilometern gleiten – doch bei Bedarf auf bis zu knapp 150 km/h beschleunigen.

Ein halbe Milliarde für drei Flieger

Dies alles in dreifacher Ausfertigung – zum Preis von 517 Millionen Dollar, wie Northrop Grumman auf seiner Webseite mitteilte. Der hohe Preis erklärt sich nicht nur aus der kurzen Entwicklungsdauer, wegen der Northrops seine Aktivitäten konzentrieren muss, sondern auch durch die Technologie. Anders als die bekannten Zeppeline wird das Gefährt ein Hybridsystem sein, das einen Antrieb benötigt, um in der Luft zu bleiben – also ein Zwitter aus einem Flugzeug und einem Luftschiff.

Um den Auftrag dieser «Long Endurance Multi-Intelligence Vehicles» (LEMV) hatte sich auch der konkurrierende Konzern Lockheed-Martin beworben – mit einem Prototypen mit der Bezeichung P-791, der schon im Jahr 2006 zu Testflügen abgehoben war. Ursprünglich war er entwickelt worden, um schwere Lasten zu transportieren.

Nun wird Northop Grumman, der Gewinner des Wettbewerbs, ein Luftschiff bauen, das ausschliesslich für die militärische Aufklärung konzipiert ist. Falls das Projekt erfolgreich durchgeführt wird und die Luftschiffe sich im Einsatz bewähren, so glauben Militärfachleute, könnte der Zeppelin auf diesem Gebiet durchaus ein Revival erleben.

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