Nun beginnt die Arbeit auf dem Mars erst

«Es ist unglaublich. Nichts kann das toppen», jubilierte Nasa-Direktor Charles Bolden kurz nach der geglückten Landung des Mars Rovers. Curiosity wird nun über einen fünf Kilometer hohen Berg fahren.

Nach der geglückten Landung des Mars-Fahrzeugs Curiosity kann nun die wissenschaftliche Arbeit beginnen. Der mit Sensoren vollgepackte Rover soll herausfinden, ob es auf dem Roten Planeten die für Lebensformen nötigen Zutaten gibt.

«Wir sind sicher auf dem Mars», bestätigte Ingenieur Allen Chen nach den durchlittenen «sieben Minuten des Schreckens» des beispiellosen Landemanövers. Nasa-Direktor Charles Bolden jubelte: «Es ist unglaublich. Nichts kann das toppen.»

Minuten später sendete Curiosity die ersten Schwarzweissbilder aus dem Inneren des Gale-Kraters, die seinen Schatten und ein Rad zeigen. In den nächsten Tagen werden die ersten Farbbilder erwartet. Nach einigen Wochen, in denen der Rover überprüft wird, könnte der Rover dann seine erste Ausfahrt machen und erstmals seinen Roboterarm ausstrecken.

Bisher keine Schäden

Derzeit ist «Curiosity» noch damit beschäftigt, sich in Stellung zu bringen, wie die Nasa einige Stunden nach der Landung erklärte. «Die Mission auf der Oberfläche ist gerade erst losgegangen», sagte Nasa-Wissenschaftler Mike Watkins. Als erstes würden die Betriebssysteme und Instrumente von «Curiosity» geprüft. «Bisher sieht es so aus, als sei alles in sehr gutem Zustand.»

Ausserdem sei der Rover dabei, eine Antenne auszuklappen, die die Kommunikation mit der Erde erleichtern werde. Danach werde er eine Art Kamera-Kran ausfahren und die Staubschutz-Klappen von den Kameras entfernen, die bereits sechs Fotos geschickt hatten.

Labor auf Rädern

Der Mars-Rover von der Grösse eines Kleinwagens ist mit wissenschaftlichen Apparaten, Kameras und einer Wetterstation vollgepackt. Der Roboterarm enthält einen Bohrer, einen Laser, der Gesteinsbrocken zerkrümeln kann, sowie ein Chemielabor, das die chemischen Bausteine des Lebens detektieren kann.

Ein Strahlungsmessgerät soll überwachen, ob es gefährliche Strahlung auf der Marsoberfläche gibt, was für zukünftige bemannte Missionen wichtig wäre.

Konnte Mars je Leben beherbergen?

Curiositys wissenschaftliche Aufgabe ist es, nach den für Leben notwendigen Zutaten zu suchen: Kohlenstoff, Stickstoff, Phosphor, Schwefel und Sauerstoff. Der Rover ist nicht dafür ausgerüstet, lebende oder fossile Mikroorganismen zu entdecken. Für eine definitive Antwort müssen zukünftige Missionen Marsgestein zur Erde zurückfliegen.

Während der nächsten zwei Jahre wird Curiosity über einen fünf Kilometer hohen Berg am Kratergrund fahren, Steine anbohren und Erde aufnehmen. Die Messungen sollen zeigen, ob die Region jemals mikroskopisches Leben hätte beherbergen können – eine Frage, die die Wissenschaftler seit der Entdeckung von Wasserspuren auf dem Roten Planeten in den 1970er-Jahren umtreibt.

Auf dem Gale-Krater gibt es überall Spuren von Wasser, das zumindest auf der Erde für jegliches Leben notwendig ist. Bilder aus dem All weisen zudem darauf hin, dass der Boden reich an Ton und Mineralien ist, die in Verbindung mit Wasser entstehen.

Suche nach chemischen Substanzen

«Es ist ein grosses, wissenschaftliches Ziel. Wir suchen nicht mehr nur nach Wasser», sagte der leitende Wissenschaftler John Grotzinger vom California Institute of Technology zur Nachrichtenagentur Reuters. «Es wird viel schwieriger sein, die Frage zu beantworten, ob Mars für Lebewesen bewohnbar ist.»

Auf der Erde sind die ältesten Belege für Leben etwa 3,5 Milliarden Jahre alt. Ähnliche Gesteine könnten auch auf dem Mars existieren. «Die Herausforderung bei der Mars-Erforschung ist es, zuerst mögliche Lebensräume zu identifizieren», sagt Grotzinger. «Dann fragen wir: Ist dies ein Ort, wo Kohlenstoff konserviert werden konnte? Das ist der schwierige Teil.»

bru/sda

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