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Grosse Pläne mit kleinen Drohnen

Für eine halbe Milliarde Dollar kaufen die US-Streitkräfte 100 Stück einer neuen Drohne. Die Integrator ist etwas grösser als ihr Vorgänger – und kann deshalb mehr Hightech tragen.

Abschuss vom Katapult: Eine Integrator-Drohne beim Test.
Abschuss vom Katapult: Eine Integrator-Drohne beim Test.
shephardmedia.com

Eine kleine Hightech-Drohne sorgt bei den US-Marines für Freude. Anfang Jahr liessen Entwickler erstmals die Integrator am kalifornischen Himmel fliegen. Dabei handelt es sich um ein kleines, unbemanntes Flugzeug der Boeing-Tochter Insitu, mit dem die US-Marineinfanterie Grosses vorhat.

Derzeit werden Marines laut dem zuständigen Naval Air Systems Command (Navair) am System ausgebildet. Ab 2013 wird geliefert.

Die Integrator wird zu Aufklärungs- und Spionagezwecken eingesetzt. Verglichen mit ihren Vorgängern im Feld bietet sie einige Vorteile: bedeutend höhere Nutzlast, mehr Stauraum und kräftigeren Antrieb. Da sie etwas grösser als ihr Vorgänger Scan Eagle ist, kann sie besser ausgerüstet werden. So kann sie akkuratere Bilder liefern, als dies bisher möglich war.

«Der Appetit ist unersättlich»

Die Drohnen werden vom Hersteller in einem System namens RQ-21A angeboten – drei oder vier Fluggeräte, die technischen Aufklärungskomponenten sowie eine Bodenstation. Das System werde Einsatzkommandanten rund um die Uhr und in Echtzeit Informationen liefern und Einsatzzonen überwachen, so Navair. Dazu ist die kleine Drohne unter anderem mit Radar, HD-Kameras, Mittelwellen-Infrarotkameras sowie Lasern zur Entfernungsmessung und Zielmarkierung ausgestattet.

Die Integrator wird von einem Katapult aus abgeschossen. Mit ihrer Grösse reiht sie sich ein in das US-Drohnen-Arsenal. Dieses reicht von Minigeräten wie dem von Hand gestarteten RQ-11 Raven bis zur MQ-9 Reaper, die eine Startpiste benötigt.

«Der Appetit nach diesen Aufklärungsgeräten ist unersättlich», wird in dem Communiqué ein Offizier zitiert. Mit weniger Truppen am Boden – eine erklärte Strategie von Präsident Obama – sei dies unabdingbar.

Flotte von 100 Stück

Entsprechend rüsten die USA in dem Bereich auf: Laut dem CNN-Blog «Security-Channel» soll der Bestand in den nächsten fünf Jahren von heute acht Stück auf eine Flotte von hundert RQ-21A erhöht werden.

Und das lässt sich das Pentagon etwas kosten: Im Juli 2010 gab Navair der Boeing-Tochter den Zuschlag für das Projekt. Damals wurde ein erster Vertrag über knapp 44 Millionen Dollar unterzeichnet. Rund 450 Millionen Dollar waren in einem Folgevertrag für 57 Stück der Integrator veranschlagt. Mit den mittlerweile vorgesehenen 100 Drohnen dürfte diese Summe noch einmal deutlich überstiegen werden.

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