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Die erste Landung auf einem Kometen

Für den 11. November 2014 hat die ESA Spektakuläres geplant: Eine Sonde soll auf einem Kometen landen. Gelingt dies, hat auch die Uni Bern Grund zur Freude.

So stellt sich die ESA die Landung von Minilabor «Philae» auf dem Kometen vor.
So stellt sich die ESA die Landung von Minilabor «Philae» auf dem Kometen vor.
www.esa.int

Seit fast zehn Jahren ist die Raumsonde «Rosetta» der europäischen Raumfahrtagentur ESA unterwegs, um die Anfänge des Sonnensystems zu erkunden. Voraussichtlich am 11. November 2014 soll sie einen weit entfernten Kometen erreichen und erstmals sogar ein Landegerät aussetzen, wie die ESA mitteilte.

Im Januar soll die Sonde zunächst aus einem stromsparenden «Winterschlaf» aufwachen - und dann wird auch an der Universität Bern gefeiert. Denn die Forschungsgruppe um Kathrin Altwegg vom Physikalischen Institut der Uni Bern hat ein Messinstrument mitgeschickt: Ein Massenspektrometer namens «Rosina».

«Archäologie im All»

Dieses Gerät soll chemische Analysen des flüchtigen Materials machen, das den Schweif des Kometen Tschurjumow-Gerassimenko bildet. Kometen seien Überbleibsel aus der Urzeit des Sonnensystems vor 4,6 Milliarden Jahren, erklärte Altwegg. Sie bestünden aus dem gleichen Material, aus dem vermutlich auch Sonne und Erde «gewachsen» sind. «Wir betreiben also quasi Archäologie im All», sagte sie.

Kometen bestünden aus Stein und Eis, und es sei bekannt, dass sie auch organische Moleküle wie Aminosäuren - die Bausteine der Eiweisse - enthalten könnten. Die Mission soll Aufschlüsse darüber geben, ob Kometen Wasser und Leben auf die Erde brachten. «Man weiss noch nicht, woher das Wasser auf der Erde stammt», sagte Altwegg.

«Das hat vor uns noch keiner gemacht»

Am 11. November 2014 soll sich dann das Minilabor «Philae» von der «Rosetta»-Sonde abkoppeln und auf dem Kometen aufsetzen. «Das hat vor uns noch keiner gemacht», sagte der Leiter des Missionsbetriebs, Paolo Ferri, am Dienstag im Satellitenkontrollzentrum in Darmstadt. Das Landegerät soll die Temperatur im Kern und die Dichte messen und Bodenproben nehmen. Auch ein 360-Grad-Foto ist geplant.

Immer wieder wurde versucht, den Kometen ihre Geheimnisse zu entlocken. Das Ziel gleich mehrerer Sonden - unter anderem je zwei aus der damaligen Sowjetunion und aus Japan - war 1986 der Halleysche Komet. Für Europa machte «Giotto» von ihm Fotos und untersuchte die Zusammensetzung des Schweifsterns.

Kometen, die schmutzigen Schneebälle

2005 schoss dann die US-Raumsonde «Deep Impact» ein Geschoss auf einen Kometen. Nach dem Einschlag auf «Temple 1» wurden beeindruckende Spektralfotos gemacht. 2006 brachte die Nasa-Sonde «Stardust» Staub des Kometen «Wild 2» zur Erde.

Erstmals will nun die europäische Weltraumagentur ESA 2014 auf einem Kometen landen und aus nächster Nähe beobachten, wie sich der Komet bei der Annäherung an die Sonne verändert.

Wegen ihrer Zusammensetzung aus Stein und Eis werden Kometen auch schmutzige Schneebälle genannt. Wenn sie sich der Sonne nähern, schmilzt das Eis, und der freigesetzte Staub bildet den sichtbaren Kometenschweif, der bis zu 150 Millionen Kilometer lang sein kann. Der Komet Tschurjumow-Gerassimenko umrundet die Sonne alle 6,6 Jahre.

SDA

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