Zum Hauptinhalt springen

Der Traum der landenden Raketen

Erstmals setzt eine Rakete Lasten im All ab und kehrt heil zurück. Damit beginnt in der Raumfahrt ein neues Kapitel.

Bislang hatten Raketen immer mit Zerstörung zu tun. Erfunden wurden sie zu militärischen Zwecken – Zerstörung war Programm. Dann begann der Wettlauf ins All, der Transport von Satelliten und Menschen stand im Vordergrund. Doch bis heute gehört Zerstörung dazu: Die Hunderte Millionen Dollar teuren Raketen erfüllen ihren Transportauftrag und fallen als Schrott ins Meer oder bleiben im All. Dem privaten US-Unternehmen Spacex von Tesla-Gründer Elon Musk gelang nun ein Meilenstein. Seine Trägerrakete Falcon 9 startete am Montagabend um 20.29 Uhr (Ortszeit), setzte elf Satelliten im All ab und landete nur elf Minuten nach dem Start wieder heil auf dem Boden. Damit gelingt, woran lange gezweifelt wurde. Elon Musk ist einen bedeutenden Schritt näher an seiner Vision: dass Raketen eines Tages zwischen Erde und All hin- und herpendeln.

Spektakulärer Start: Die Transportrakete Falcon 9 verliess am 21. Dezember 2015 Cape Canaveral in Richtung Weltraum ...
Spektakulärer Start: Die Transportrakete Falcon 9 verliess am 21. Dezember 2015 Cape Canaveral in Richtung Weltraum ...
Keystone
... und sie kam auch heil zurück. Damit landete auf Cape Canaveral zum ersten Mal eine Rakete nach ihrem Flug senkrecht.  (21. Dezember 2015)
... und sie kam auch heil zurück. Damit landete auf Cape Canaveral zum ersten Mal eine Rakete nach ihrem Flug senkrecht. (21. Dezember 2015)
Reuters
Musks Ziel sind bemannte Reisen zum Mars. Mit dieser Rakete ist er diesem ein Stück näher gekommen.
Musks Ziel sind bemannte Reisen zum Mars. Mit dieser Rakete ist er diesem ein Stück näher gekommen.
AP
1 / 9

Musk brachte den Gedanken zu Ende, den die Nasa in den 60er-Jahren begann. Nachdem die Landung auf dem Mond geglückt war, kam die Idee einer wiederverwendbaren Raumfähre auf. Damit wollte man den Raumtransport wesentlich ökonomischer gestalten und kommerzialisieren. Das bis anhin betriebene Apollo-Programm war mit insgesamt rund 24 Milliarden US-Dollar kostspielig und brachte im besten Fall gerade noch die drei Astronauten in ihrer Kapsel zurück auf die Erde. Der ganze Rest der dreistufigen, 110 Meter hohen Saturnrakete wurde zerstört oder blieb als ewiger Schrott im All. Apollo 8 umrundete erstmals den Mond, Apollo 11 setzte Armstrong und Aldrin darauf ab und Apollo 13 ging als die grösste improvisierte Rettung aus dem All in die Geschichte ein, nachdem ein Sauerstofftank explodiert war und ein Leck in die Aussenhülle schlug. 1972 wurde das Programm mit der Mondlandung von Apollo 17 beendet, obschon noch weitere Starts vorgesehen waren. Doch man musste Kosten einsparen. Die Zeit war reif für den nächsten technologischen Schritt in der Raumfahrt.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.