Zum Hauptinhalt springen

Das iPhone: Die Illusion einer neuen Erfindung

Heutzutage tauchen – mit wenigen Ausnahmen – keine grundlegend neuen Erfindungen mehr auf. Das sei jedoch gut so, meint Tech-Experte Paul Martin.

Der Weg der Entwicklung: Von der Telefonzentrale zum iPhone. (Archivbild)
Der Weg der Entwicklung: Von der Telefonzentrale zum iPhone. (Archivbild)
Reuters

Als Thomas Alva Edison 1881 seine Form der Glühlampe patentieren liess, veränderte er damit die Welt. Edison nutzte bereits vorhandenes Wissen und passte es geschickt an, um der Technologie zum Durchbruch zu verhelfen – und dabei gleich auch ein Vermögen zu verdienen. Edison ist in den Augen von Tech-Experte Paul Martin ein typischer Erfinder der Moderne.

Denn wahre Innovationsfähigkeit zeichne sich heute dadurch aus, bestehendes Wissen auf Gebiete anzuwenden, wo niemand damit gerechnet hat. Vollkommen neue Erfindungen gäbe es – mit wenigen Ausnahmen – heute nicht mehr, erklärt er gegenüber der BBC.

Erfindungen aus dem Nichts?

Die Vorstellung, Erfindungen entstünden aus dem Nichts, sei überholt. Eine Illusion, mit der uns die Werbung weismachen wolle, dass das Rad jeden Tag neu erfunden wird – um neue Produkte besser an den Mann bringen zu können.

So führte uns Steve Jobs 2007 in die Welt des iPhone ein. Der US-Amerikaner wird deshalb – auch zu Recht – von vielen als Technik-Guru gefeiert, das Gerät selbst als wichtige Erfindung. Doch: Mobiltelefone gibt es seit langem. Auch Smartphones sind keine wirkliche Innovation. Und wie sieht es mit der Touchscreen-Technologie aus? Auch schon seit einer halben Ewigkeit bekannt.

Jobs kombiniert geschickt

Jobs Verdienst ist es also, die bestehenden technologischen Möglichkeiten in einem neuen Gerät zu vereinen. Somit reiht er sich in die Riege der Erfinder ein, die für ein Gerät gefeiert werden, dessen Technologie auch mit Hilfe anderer entwickelt wurde.

Die Nutzung von bestehendem Wissen sei nichts Schlechtes, meint Martin. Es sei unter anderem auch diese Fähigkeit, welche die rasante technische Entwicklung ermögliche. Gleichzeitig sei es aber eben jene von der Werbung und den Medien geschaffene Illusion des einsamen Tüftlers, die den Weg in eine noch vernetztere Gesellschaft verhindere. Denn für gute Ideen braucht es laut Martin Informationen – und nicht nur die Inspiration des Erfinders.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch