Mit Hitze gegen Feinde

Seit 15 Jahren tüftelt die US-Armee an einer nicht tödlichen Strahlenwaffe. Nun sei sie funktionsfähig. Die Kritik an einer solchen Waffe ist jedoch gross.

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Mit Hitze will die US-Armee ihre Gegner künftig in Schach halten. «Sie werden es nicht sehen, nicht hören und nicht riechen. Sie werden es spüren», fasst Tracy Taffola, Direktorin der Abteilung für nicht tödliche Waffen auf dem US-Marinestützpunkt Quantico, die Wirkung der neuen Wunderwaffe zusammen. Active Denial System (ADS), aktives Vertreibungssystem, nennen die Entwickler ihre revolutionäre Antenne, welche die Form einer Satellitenschüssel hat und auf einem Dach eines Hummer-Jeeps montiert wird.

Diese Waffe soll wie aus dem Nichts auf bis zu 1000 Meter Distanz gebündelte Hitzewellen ausstrahlen können, die so unerträglich sind, dass der Betroffene instinktiv die Flucht ergreift, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP in einem Selbstversuch mit einem voll funktionsfähigen Prototyp bestätigen konnte. Es sind starke, elektromagnetische Energiestrahlen, die plötzliche Hitzeschmerzen verursachen.

Das Active Denial System bezeichnet die US-Armee als die sicherste nicht tödliche Waffe. Über 15 Jahre dauerte ihre Entwicklung. Mit einer Frequenz von 95 Gigahertz dringen die Hitzewellen 4 Millimeter in die Haut ein. An über 11'000 Personen seien die Hitzestrahlen getestet worden. Dabei sei es nur zu zwei kleineren Verletzungen ohne weitere gesundheitliche Folgen gekommen, betonen die Entwickler. Einzig eine leichte, schnell abklingende Rötung soll dabei entstehen.

Kein Einsatz in Afghanistan

Die Zweifel bleiben. Gegner des Active Denial System sehen in dieser Strahlenwaffe das perfekte Folterinstrument, das keine Spuren hinterlässt. Mediziner betrachten die Waffe gemäss «Spiegel online» sehr wohl als gesundheitsgefährdend, gerade für die Augen.

Auch in den USA ist die Kritik gross. Die Testphase für das ADS wurde stetig verlängert. Ein Prototyp der Waffe wurde einmal nach Afghanistan verlegt, jedoch nie verwendet. Einen Massenauftrag vom Pentagon für das ADS gibt es noch nicht. Falls es jedoch dazu kommen würde, sei man bereit, wie Taffola gegenüber der Nachrichtenagentur AFP betont.

jak/AFP

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