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«Wer nicht bereit ist, hat verloren»

Strenge Emissionsgrenzwerte fördern nachhaltige Innovationen in der Industrie: Autofabrik in Vietnam. Foto: Yen Duong (Bloomberg)

Wenn sich der Nationalrat zur nächsten Session trifft, wird er die Revision des CO2-Gesetzes debattieren. Es geht dabei um CO2-Abgaben und das Reduktionsziel für Treibhausgase. Sind hohe CO2-Preise ein Wachstums­killer?

Das heisst, wir könnten Abgaben für Treibstoffe ohne grosse Konsequenzen einführen?

In der Schweiz ist eine ­Preiserhöhung auf Treibstoffe nach wie vor tabu.

Lucas Bretschger ist Professor am Departement für Management, Technologie und Ökonomie der ETH Zürich. Foto: Reto Oeschger

Welche Massnahmen haben politisch gute Chancen?

Es ist also kein Zufall, dass Tesla aus Kalifornien kommt?

Es gibt Stimmen, die Klimaschutz und ­Wirtschaftswachstum für unvereinbar halten.

Trotzdem gibt es immer noch viele Unternehmen, die nicht an die Chance glauben, ohne grosse Einbussen aus den fossilen Energien auszusteigen, und darum politische ­Bewegungen torpedieren.

«Energiemultis spekulieren auf einen Misserfolg der globalen Klimapolitik.»

Die zu wenig genutzt werden.

Das sehen Energiemultis wie Exxon oder Chevron anders. Sie investieren immer noch Milliarden in die Suche nach neuen fossilen Quellen. Werden da falsche politische ­Signale ausgesendet?

Ist denn das Pariser ­Klimaabkommen zum Scheitern verurteilt?

Das müssen sie erklären.

Aber Regierungen wie die von Brasilien und Australien halten wie auch die der USA wenig vom Klimaschutz. Der deutsche Ökonom Hans Werner Sinn ist der Meinung, Erdöl werde bis zum letzten Tropfen gefördert.

Daraus schliesse ich, dass die Schweiz gut daran täte, ehrgeizigere Klimaziele als bisher zu setzen.

Dafür sollen in den nächsten zehn Jahren 20 Prozent der Emissionen durch Projekte im Ausland gesenkt werden.