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Wer auf den Mars reist, riskiert Krebs

Eine Reise zum Planeten Mars würde aktuell rund 180 Tage dauern. Forscher haben nun herausgefunden, dass Astronauten während dieser Zeit einer ungewöhnlich hohen Strahlenbelastung ausgesetzt wären.

Ein Mars-Trip wäre ein riskantes Unterfangen: Astronaut Christer Fuglesang im Einsatz. (Archivbild)
Ein Mars-Trip wäre ein riskantes Unterfangen: Astronaut Christer Fuglesang im Einsatz. (Archivbild)
Keystone

Eine Reise zum Mars wäre für Astronauten ein grosses Gesundheitsrisiko – aber sie ist möglich. Zu diesem Schluss kommt ein Team aus amerikanischen und deutschen Forschern, das die Strahlenbelastung im All bei einem Flug zum Roten Planeten gemessen hat.

In einem Beitrag der US-Fachzeitschrift «Science» berechnen sie für Hin- und Rückreise insgesamt etwa 0,66 Sievert. Die Zeit des Astronauten auf der Marsoberfläche ist nicht berücksichtigt.

«Das heisst: Es ist nicht unmöglich, aber es verkompliziert die Angelegenheit», sagte der Kieler Physiker Robert Wimmer-Schweingruber der Nachrichtenagentur DPA, Mitautor der Studie. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa habe für Astronauten 1 Sievert als Maximum festgelegt – allerdings bezogen auf die gesamte berufliche Laufbahn.

Fünf Prozent höheres Krebsrisiko

Wimmer-Schweingruber spricht von einer Risikoabwägung. Ein Sievert entspreche etwa einem fünf Prozent höheren Risiko, an Krebs zu sterben. Zu schaffen machen den Raumfahrern die galaktische Strahlung und Sonnenstürme. Pro Strecke gehen die Forscher von 180 Tagen Reise aus.

Gesammelt hatte die Daten ein Messgerät auf dem Roboter Curiosity. Die Überlegung: Die Abschirmung des Raumschiffs, mit dem Curiosity im Dezember 2011 zum Mars geflogen wurde, ist demnach vergleichbar mit jener bei einem möglichen bemannten Marsflug. Die Gefahr für einen Menschen sei daher bestmöglich abgeschätzt.

Bisherige Studien hätten die Abschirmung nicht berücksichtigt, heisst es in dem Beitrag. «Wir liefern nun die bestmögliche Abschätzung der Strahlendosis», sagte Wimmer-Schweingruber. Unsicherheiten gebe es natürlich dennoch – zum Beispiel sei die Aktivität der Sonne nicht vorhersehbar.

Raucher hat höheres Lungenkrebsrisiko

Die Studie zeigt aber, woran noch gearbeitet werden muss, bevor es zum Mars gehen kann. Vor allem stärkere Antriebe sind den Angaben zufolge notwendig – je kürzer die Reise, desto niedriger das Risiko für die Gesundheit.

Ein besserer Schutz vor Strahlung sei hingegen kaum möglich, so Wimmer-Schweingruber. «Die galaktische Strahlung ist so energiereich, dass man sich nicht wirklich dagegen abschirmen kann», sagte der Forscher. Das höhere Risiko einer Krebserkrankung sei daher für einen Astronauten auf dem Weg zum Mars gegeben. Laut Wimmer-Schweingruber ist die Gefahr eines Rauchers, Lungenkrebs zu bekommen, jedoch höher.

«Es ist schon ein bisschen Science-Fiction, wenn ich bedenke, dass wir damit vielleicht einen Marsflug vorbereiten», sagte Wimmer-Schweingruber mit Blick auf die Studie. «Vielleicht erleben wir es noch», ergänzte er. Bei der Nasa gebe es entsprechende Bestrebungen. Das Jahr 2030 sei für eine solche Mission nicht unrealistisch.

SDA/mrs

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