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Kontakt mit dem Ursprung des Sonnensystems

Die europäische Raumsonde Rosetta wird den Asteroiden Steins unter die Lupe nehmen. Man erhofft sich Erkenntnisse über die Frühzeit des Sonnensystems.

Wie die europäische Raumfahrtagentur ESA in Darmstadt berichtete, wird Rosetta in der Nacht zum Samstag den Asteroiden Steins in 800 Kilometer Entfernung passieren. Dabei soll der Gesteinsbrocken, der zu einer seltenen Gruppe von Asteroiden zählt, eingehend analysiert werden.

«Die Asteroidenwissenschaft hat in den vergangenen Jahren einen grossen Auftrieb erhalten», sagt ESA-Projektmanager Gerhard Schwehm. Nicht zuletzt die Tatsache, dass Asteroiden immer wieder der Erde gefährlich nahe kommen, hat das Interesse an der Art und Zusammensetzung der Gesteinsbrocken geweckt. «Wenn man den Feind bekämpfen will, muss man ihn kennen», betont Schwehm.

Erkenntnisse über Frühphase

Aus der Untersuchung des Asteroiden erhoffen sich die Raumforscher zudem Erkenntnisse über die Frühphase unseres Sonnensystems. Steins sitzt im sogenannten Asteroiden-Hauptgürtel, der sich zwischen den Umlaufbahnen von Mars und Jupiter befindet. Dort kreisen Zehntausende von Gesteinsbrocken um die Sonne. Wie Schwehm erklärt, wird angenommen, dass die Gesamtmasse aller dort kreisenden Asteroiden nicht gross genug war, um einen Planeten zu bilden.

Die Asteroiden stellen somit eine Form der Materie dar, wie sie für das Sonnensystem vor der Bildung der Planeten typisch war. Steins, der zur seltenen Klasse der E-Asteroiden zählt, misst nach ESA-Angaben rund 4,6 Kilometer im Durchmesser und kreist in einem Abstand von 353 Millionen Kilometer um die Sonne. Benannt wurde der vor allem aus Basalt und Silikaten bestehende Asteroid nach dem lettischen Astronomen Karlis Augustowitsch Steins.

Höhepunkt erst 2014

Die 2004 gestartete Raumsonde Rosetta sollte in der Nacht zum Samstag gegen 20.58 Uhr dem Asteroiden am nächsten kommen. Eine erste Auswertung der während des Vorbeiflugs gesammelten wissenschaftlichen Daten wird für Samstag erwartet. Rosetta wird in knapp zwei Jahren noch an einem weiteren Asteroiden, Lutetia, vorbeifliegen, bevor für 2014 der Höhepunkt der Mission ansteht: Als erstes Raumfahrzeug überhaupt soll die Sonde versuchen, auf einem Kometen zu landen.

AP/se

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