Juno sendet spektakuläre Bilder vom Jupiter

Die Nasa-Sonde, ein veritabler «bewaffneter Panzer», fliegt so nahe am Gasriesen vorbei wie noch keine Sonde zuvor.

Ein neues Video mit Bildern der Nasa-Raumsonde Juno. (12. Dezember 2018) Video: Nasa
Marc Chéhab@marcchehab

Wenige Tage vor Weihnachten wird die Juno-Raumsonde der Nasa zum 16. Mal rund 5000 Kilometer über den Wolkentürmen des Jupiters am grössten Planeten unseres Sonnensystems vorbeifliegen. Die Sonde befindet sich auf einem riesigen elliptischen Orbit um den Gasplaneten und sammelt bei ihren 32 Vorbeiflügen Daten über den Planeten. Das Manöver markiert also die Halbzeit der Hauptmission, die den mächtigen Gasriesen bis 2021 erforscht.

Die Nasa hat nun ein neues Video der bislang gesammelten Bilder veröffentlicht. Die Aufnahmen zeigen die spezielle Atmosphäre des wohl ältesten und grössten Planeten unseres Sonnensystems in ihrer ganzen Pracht. Wir haben das Video verlangsamt, damit der Detailgrad der Bilder besser zur Geltung kommt.

(Zum Vergrössern hier klicken.) Die Wissenschaftler Gerald Eichstädt und Seán Doran haben ein Bilder aus den Rohdaten von Juno generiert. (29. Oktober 2018) Bild: Nasa/JPL-Caltech/SwRI/MSSS/Gerald Eichstädt/Seán Doran

Anders als die Erde und der Mars ist der Jupiter ein gigantischer Gasball, der wohl kurz nach der Sonne entstanden ist. Junos Mission ist also auch ein Flug in die Anfänge des Sonnensystems vor 4,6 Milliarden Jahren. Dieses Jahr haben Forscher der Universitäten Bern und Zürich sowie der ETH mit einem neuen Modell die Entstehung des Gasriesen nachgezeichnet. Besonders markant an Jupiter sind die Wolkenformationen über seiner Oberfläche und seine farbigen Streifen.

Die Raumsonde fliegt auf einem elliptischen Orbit um den Gasplaneten. Quelle: Nasa

Juno hat bereits neue Erkenntnisse über die Beschaffenheit und die Dynamik der Atmosphäre geliefert. So hat die Mission gezeigt, dass die markanten Bänder des Jupiters tiefer reichen als zuvor angenommen. In den Polarregionen des Gasriesen toben zudem überraschende Sturmkarusselle, die auch im neuen Video wieder sichtbar sind. Beeindruckend sind auch die Visualisierungen der Infrarotdaten, die einen Eindruck der Tiefe und Struktur der Wetterschicht und dieser Stürme an den Polen geben.

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«Von ihrer Spitze bis zum tiefsten Punkt spannt die Wetterschicht 3000 Kilometer und enthält rund ein Prozent der Masse des Jupiters», gab die Nasa im März bekannt. Zudem fanden die Forscher dank der Raumsonde heraus, dass der Planet unter der Wetterschicht fast wie ein Festkörper rotiert.

Juno fliegt so nahe am Gasriesen vorbei wie kein Raumfahrzeug je zuvor – im August 2016 näherte sich die Sonde dem Planeten gar auf 4200 Kilometer. Aber der Gasriese hatte schon häufiger Besuch von der Erde. Unter anderem sammelten Pioneer 10 1973 und die beiden Voyager-Sonden 1979 im Vorbeiflug Daten von dem Planeten. Die deutsch-amerikanische Sonde Galileo flog um den Jupiter herum, stürzte 2003 wie geplant in die Atmosphäre des Planeten und verglühte dort.

Diese Nähe bringt Probleme mit sich. Jupiters Strahlung ist extrem hoch, und unter seinen Wolken befindet sich ein starkes Magnetfeld. Juno wird während ihrer Mission insgesamt ungefähr so viel Strahlung ausgesetzt sein, wie mehr als 100 Millionen Röntgenbilder beim Zahnarzt verursachen. Die Sonde hat deshalb eine Titan-Hülle und sei praktisch ein «bewaffneter Panzer», wie Nasa-Chefwissenschaftler Scott Bolton beim Start der Mission sagte.

Die Raumsonde Juno ist grösser als ein Basketballfeld. Quelle: Nasa

Junos Mission musste im Juni dieses Jahres um drei Jahre verlängert werden, weil die Sonde einen grösseren Orbit fliegt als ursprünglich geplant. Eigentlich sollte sie bis Februar dieses Jahres alle 32 Vorbeiflüge absolviert haben. Nun dauert die Erforschung des Planeten bis 2021. Dann wird Juno wie schon Galileo in die Jupiter-Atmosphäre eintauchen. Dann wird selbst der «bewaffnete Panzer» verglühen. Somit wird die Möglichkeit vermieden, dass die Sonde in einen der Jupiter-Monde prallt und diesen kontaminiert.

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