Juhui, es wird wieder heller!

Sind Sie wintermüde? Es fehlt das Licht? Hier gibts alles Schöne zur Wintersonnenwende.

Yannick Wiget@yannickw3
Marc Fehr@mrcfhr

Am Morgen vor Sonnenaufgang ins Büro, am Feierabend im Dunkeln nach Hause: Gestern war es in der Schweiz nicht einmal achteinhalb Stunden lang hell. Doch für viele ist der kürzeste Tag des Jahres ein Grund zum Aufatmen. Denn ab heute geht es wieder aufwärts, werden die Tage wieder Stück für Stück länger, scheint die Sonne täglich ein wenig mehr.

Die Wintersonnenwende ist nicht immer am gleichen Tag. Derzeit findet sie am 21., in zwei Jahren am 22. Dezember statt. Zur eigentlichen Wende kommt es heute um 17.28 Uhr: Dann wird sich die Erde auf ihrem Weg um die Sonne an jenem Punkt befinden, an dem die Nordhalbkugel maximal von der Sonne weggekippt ist. Denn die Achse, um die unser Planet rotiert, ist nicht senkrecht, sondern hat eine Neigung von 23,4 Grad.

Obwohl die Sonneneinstrahlung ab morgen wieder stärker wird, markiert die Sonnenwende unseren astronomischen Winteranfang. Die mittleren Temperaturen werden noch bis im Februar sinken. Der Grund: Die Atmosphäre reagiert sehr träge. Im Vergleich mit der Intensität der Sonneneinstrahlung sind die Jahreszeiten rund sechs Wochen verspätet, wie der Experte Gerhard Joos gegenüber dem «Bund» erklärte.

Es dauert deshalb eine Weile, bis einem die längeren Tage auch wirklich auffallen. Überall auf der Nordhalbkugel steht die Sonne heute so tief wie sonst nie während des Jahres. In der Schweiz erreichte sie heute bloss eine Höhe von etwa 19 Grad über dem (mathematischen) Horizont. Im ersten Monat nach der Wintersonnenwende bis zum 20. Januar steigt die Mittagshöhe der Sonne bloss um 3,5 Grad und die Tageslänge nimmt nur um 36 Minuten zu.

Erst im zweiten und dritten Monat nach der Wintersonnenwende, wenn die Mittagshöhe der Sonne um 8 beziehungsweise 12 Grad steigt, werden die Tage gefühlt länger – auch, weil es dann immer früher hell wird.

Aber auch wenn es dauert und die Sonne von Tag zu Tag nur ein kleines bisschen früher auf und später untergeht: Für viele ist die Wintersonnenwende ein Grund zum Feiern.

Weltweit wird die längste Nacht des Jahres schon seit jeher zelebriert – nicht selten mit mystischen und religiösen Elementen. Es gibt etliche Funde, die für Jahrtausende alte Zeremonien sprechen. Und auch heute noch ist die Wintersonnenwende für viele Naturreligionen ein Feiertag, der mit rituellen Aktivitäten begangen wird. Eine Auswahl:

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