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Fotos belegen flüssiges Wasser auf dem Mars

Deutsche Forscher haben einen weiteren Hinweis auf flüssiges Wasser auf dem Mars gefunden. Auf Bildern einer US-Raumsonde fanden sie eine knapp zwei Meter breite Erosionsrinne auf der Marsoberfläche.

Die Erosionsrinne auf der Marsoberfläche haben sich in den letzten Jahren deutlich verlängert . Die Rinne am Dünenhang des Russell-Kraters legte von November 2006 bis Mai 2009 um rund 170 Meter zu, wie das Team der Universität Münster im Fachblatt «Geophysical Research Letters» berichtet. Aus der Form der Rinne, die am Ende immer schmaler ausläuft, schliessen die Forscher auf geschmolzenes Wassereis als wahrscheinlichste Ursache.

Das Eis taute dieser Theorie nach demnach im Frühjahr auf und spülte ein Gemisch aus Wasser und Sand durch die Rinne. Eindeutig nachgewiesen wurde Wasser auf dem Mars bislang nur als Eis im Boden und als Dampf in der Atmosphäre.

Minus 60 Grad

Bereits im vergangenen Jahr hatten Forscher der Universität von Michigan (USA) berichtet, dass sie flüssiges Wassers auf Bildern des Marslanders «Phoenix» entdeckt hätten. In der Fachwelt gibt es allerdings erhebliche Zweifel an der - verschiedentlich schon gemeldeten - Existenz von flüssigem Wasser auf dem Mars.

Unter den Bedingungen auf dem Roten Planeten müsste flüssiges Wasser schnell verdunsten oder gefrieren. Nach Angaben der Uni Münster liegen die Temperaturen auf dem Mars im Jahresdurchschnitt bei rund minus 60 Grad Celsius. Gegen Ende des Marswinters steigen sie jedoch an und könnten den Gefrierpunkt überschreiten.

«Beweise für Erosion»

Dann seien Veränderungen auf der Planetenoberfläche zu sehen: Schwarze Flecken auf Sanddünen deuteten etwa auf Trockeneis (gefrorenes Kohlendioxid) hin, das taut oder vom festen direkt in den gasförmigen Zustand übergehe, erklärten die Wissenschaftler.

Da die Erosionszeiträume in den Jahren, die beobachtet wurden, nahezu identisch waren, schliessen die Forscher auf saisonale Effekte. Für sie gehören die Beobachtungen zu den «deutlichsten Beweisen, dass auch heute immer noch Wasser auf der Oberfläche des Mars fliessen kann, und zwar in einer Menge, die für Erosion ausreichend ist».

SDA/bru

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