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Eine wärmeliebende Schrecke im Schweizer Bunker

Zufallsfund im Militärstollen aus dem Zweiten Weltkrieg: Ein Biologe entdeckte im St. Galler Rheintal eine Schreckenart, die in der Schweiz bisher unbekannt war.

Eigentlich suchte er ein Winterquartier für Fledermäuse. Stattdessen fand der Biologe René Güttinger eine bislang in der Schweiz unbekannte Höhlenschrecke - in einem Militärstollen aus dem Zweiten Weltkrieg im St. Galler Rheintal.

Güttinger machte Fotos und schickte sie an Hannes Baur, Heuschreckenspezialist am Naturhistorischen Museum der Burgergemeinde Bern. Dieser stellte fest, dass es sich um eine hierzulande unbekannte Art handelt, nämlich eine Krauss' Höhlenschrecke (Troglophilus neglectus), wie das Museum mitteilte.

Wärmeliebendes Insekt

Diese Höhlenschrecke lebt vor allem im südlichen Österreich und im Balkan - nördlich der Alpen sei das Insekt bislang nur an vier Orten in Deutschland und Tschechien gefunden worden. Das St. Galler Rheintal bei Wartau erfülle aber die Lebensraumansprüche der wärmeliebenden Insekten gut. Sie hielten sich 15 bis 25 Meter vom Eingang entfernt an den feuchtesten Stellen des Stollens auf.

Bislang ist die Fachwelt davon ausgegangen, dass die kleinen Populationen im Norden eingeschleppt wurden. Dem widersprechen die beiden Höhlenschrecken-Entdecker: Sie sind sich sicher, dass sich Troglophilus neglectus über die Jahrtausende in der Schweiz entwickelt hat, denn die Fundstelle liegt an keiner Transportroute.

SDA/kpn

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