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Eine Perlenkette für den Glögglifrosch

Vier neue Weiher verbessern den Lebensraum für die vom Aussterben bedrohte Krötenart

In den letzten 25 Jahren sind fast 50 Prozent der Geburtshelferkröten verschwunden.
In den letzten 25 Jahren sind fast 50 Prozent der Geburtshelferkröten verschwunden.
Pro Natura

Rund um Blauen wird sich die Zahl der Glögglifrösche bald verdoppeln. Das hofft die Umweltwissenschaftlerin Franziska Studer, Leiterin eines Förderprojekts für die Geburtshelferkröten, wie die Glögglifrösche eigentlich heissen. Ihren Namen haben sie übrigens vom Paarungsruf, der wie helles Glockengeläut klingt.

Die eindrücklichen Rufe der Geburtshelferkröten werden in der Schweiz immer rarer: In den letzten 25 Jahren sind fast 50 Prozent der Glögglifrösche ausgestorben; auch im Naturschutzgebiet Lätteloch oberhalb von Blauen seien immer weniger Rufe gehört worden, sagte Urs Chrétien von Pro Natura Baselland an einem Rundgang in Blauen.

Franziska Studer hat eine Masterarbeit über Glögglifrösche geschrieben. Die Expertin schätzt, dass rund um Blauen aktuell zwischen 60 und 100 der vom Aussterben bedrohten Tiere leben.Der genaue Bestand sei schwierig festzustellen, die Rufe seien der einzige Hinweis auf die Anzahl der Tiere. Die Männchen machen sich durch ihre Rufe bei den Weibchen bemerkbar, diese rufen zurück, «jedoch leiser als die Männchen», wie Studer ausführte.

Populationen sollen sich paaren

Um den Lebensraum der Glögglifrösche nachhaltig zu ver­bessern, wurden im Rahmen des Förderprojekts rund um Blauen vier neue Weiher angelegt, die vernetzt sind. Sie befinden sich unweit des Naturschutzgebiets Lätteloch, an einem Waldrand, an einem Ort genannt «Räbe», im kantonalen Naturschutz­gebiet Blauenweide sowie unweit des Feuerwehrweihers am Dorfrand.

Dank den neuen Weihern werden die Lebensbedingungen für die Glögglifrösche erheblich verbessert: Die 3,5 bis 5 Zentimeter kleinen, bräunlich-grauen Geburtshelferkröten können bis zu 500 Meter wandern und sich nun neue Lebensräume erschliessen. Ziel ist auch, dass sich die verschiedenen Populationen vermischen und untereinander paaren. Für den Glögglifrosch ist nicht nur das Larvengewässer überlebenswichtig, sondern auch der Lebensraum in einem Umkreis von rund 100 Metern um den Weiher. Deshalb wurden Waldränder ausgelichtet und südseitige Böschungen mit Steinhaufen angelegt, auf denen sich die Kröten sonnen können. Die Weiher sind mit Stöpseln oder Schächten ausgerüstet, um den Wasserstand zu regulieren. Urs Chrétien von Pro Natura Baselland ist sich bewusst, dass die neuen Weiher ­allerdings nicht nur Glöggli­frösche, sondern auch Spaziergänger anlocken könnten. «Ein Feuer zu machen, geht noch knapp. Ganz schlecht wäre aber, wenn Hunde in den Weihern baden,» erklärt Chrétien.

90000 Franken für Fördermassnahmen

Um das zu vermeiden, sollen Informationstafeln aufgestellt werden. Christof Fattinger, Vizepräsident der Gemeinde Blauen, versprach, wenn immer möglich ein Auge auf «ungebetene Gäste» zu haben.

Die Fördermassnahmen für die Geburtshelferkröte haben rund 90000 Franken gekostet und wurden von der Birseck ­Hydro AG, der Gemeinde Blauen, Pro Natura und der Walder-Bachmann-Stiftung finanziert. Die Pflege übernehmen entweder Pro Natura, der Kanton Baselland oder die Landbesitzer. Es werde rund fünf Jahre dauern, bis die Frösche ihren neuen Lebensraum erobert und sich vermehrt haben, schätzt Franziska Studer.

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