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Die Ozeane erwärmen sich immer schneller

2019 waren die Weltmeere so warm wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen – mit katastrophalen Folgen. Aber es gibt einen Ausweg.

Yannick Wiget, Kaspar Manz
Je wärmer das Wasser, desto häufiger kommt es zu Wetterextremen: Sturm vor der Westküste Irlands. Foto: Getty Images
Je wärmer das Wasser, desto häufiger kommt es zu Wetterextremen: Sturm vor der Westküste Irlands. Foto: Getty Images

Unsere Welt wird wärmer – und zwar nicht nur die Atmosphäre, sondern auch das Wasser. Das haben schon frühere Untersuchungen gezeigt, doch die Lage ist dramatischer als gedacht. Forscher schlagen mit neuen Daten Alarm: Die Ozeane waren im vergangenen Jahr so warm wie nie zuvor seit Beginn der globalen Erfassung. Zudem beschleunigt sich die Erwärmung durch den Klimawandel.

Zu diesem Schluss kommt ein Team von 14 Wissenschaftlern aus 11 Instituten verschiedener Länder. Die vergangenen zehn Jahre hätten die höchsten Temperaturen der Meere seit den 1950er-Jahren gebracht, wobei die jüngsten fünf Jahre die jeweils wärmsten gewesen seien, geht aus der Analyse hervor, die im Fachmagazin «Advances in Atmospheric Sciences» vorgestellt wird.

2019 lag der Wärmeinhalt der Ozeane, also die gespeicherte thermische Energie im Wasser, 228 Zettajoule über dem langjährigen Durchschnitt. Zum Vergleich: Die von der Sonne auf die Erdoberfläche abgestrahlte Energie beträgt 10,7 Zettajoule pro Tag.

Die enorme Menge an Energie in Form von Wärme, die der Mensch über den Klimawandel in den vergangenen 25 Jahren in die Ozeane gesteckt hat, entspricht laut der Untersuchung 3,6 Milliarden Atombombenexplosionen vom Ausmass wie im japanischen Hiroshima.

Die Folgen seien katastrophal, warnen die Forscher: Steigende Meerestemperaturen führten zu Wetterextremen wie Wirbelstürmen und heftigen Niederschlägen. Auch seien sie einer der Hauptgründe dafür, dass es zu verheerenden Waldbränden wie gerade in Australien sowie in Kalifornien und im Amazonas-Gebiet komme. In den Meeren drohten Sauerstoffarmut, Schäden für Fische und andere Lebewesen. Thermische Ausdehnung lasse den Meeresspiegel ansteigen.

«Wer die globale Erwärmung verstehen will, muss die Meereserwärmung messen», sagte John Abraham, Co-Autor der Studie und Professor an der University of St. Thomas in den USA. So seien seit 1970 mehr als 90 Prozent der Erderwärmung in die Ozeane geflossen, während nur vier Prozent die Landfläche und die Atmosphäre erhitzt hätten.

Die Menschheit könne aber etwas tun: «Wir können unsere Energie klüger nutzen, und wir können unsere Energiequellen diversifizieren», sagte der Forscher. «Wir haben die Macht, dieses Problem zu verkleinern.»

Die Ozeane werden nach Angaben der Studie allerdings lange brauchen, um auf Veränderungen zu reagieren. «Die Meereserwärmung schreitet voran, selbst wenn die weltweite Lufttemperatur an der Oberfläche bei oder unter zwei Grad stabilisiert werden kann», schreiben die Wissenschaftler. «Aber das Tempo und das Ausmass der Meereserwärmung und die damit verbundenen Risiken nehmen mit weniger Treibhausgasemissionen zumindest ab.»

(Mit Material der SDA)

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