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Chemienobelpreis für Fluoreszenz-Mikroskopie

Die US-Forscher Eric Betzig und William E. Moerner sowie der Deutsche Stefan W. Hell erhalten den diesjährigen Chemie-Nobelpreis. Sie haben «auf geniale Weise» die Beschränkung optischer Mikroskope umgangen.

Erhielt den Wirtschaftsnobelpreis: Der Franzose Jean Tirole. (13. Oktober 2014)
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Keystone
Friedensnobelpreis für den Einsatz zugunsten von Kindern: Malala Yousafzai in Birmingham ...
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Keystone
Gibt die Gewinner der begehrten Auszeichnung bekannt: Goran Hansson, der Sekretär des Nobelpreiskomitees. (6. Oktober 2014)
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Jonathan Nackstrand, AFP
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Die US-Forscher Eric Betzig und William E. Moerner sowie der Deutsche Stefan W. Hell erhalten den diesjährigen Chemie-Nobelpreis für die Entwicklung hochauflösender Mikroskope. Dies teilte die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften heute in Stockholm mit.

Die drei Forscher erhalten den Preis für «die Entwicklung der hochauflösenden Fluoreszenzmikroskopie». Lange Zeit sei die optische Mikroskopie von einer vermuteten Einschränkung zurückgehalten worden: Die Auflösung könne nie besser werden als die halbe Wellenlänge des Lichts, schreibt das Nobel-Komitee in der Begründung. Doch mit der Hilfe von fluoreszierenden Molekülen hätten die diesjährigen Chemienobelpreisträger diese Einschränkung «auf geniale Weise umgangen». «Ihre bahnbrechenden Arbeiten haben die optische Mikroskopie in die Nano-Dimension gebracht», schreibt das Nobel-Komitee.

Lange Zeit war es nicht möglich gewesen, lebende Zellen bis ins kleinste Detail zu erforschen. Die diesjährigen Nobelpreisträger haben dies geändert: Der 51-jährige Hell entwickelte das Sted-Mikroskop (Stimulated Emission Depletion), während der 54-jährige Betzig und der 61 Jahre alte Moerner die monomolekulare Mikroskopie entwickelten. Diese Erfindungen sind hilfreich bei der Erforschung von Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer und Huntington.

Die Erfindungen erklärt. (Video: Youtube/MaxPlanckSociety)

«Konnte es nicht glauben»

Den deutschen Preisträger Stefan Hell hat die Vergabe an ihn völlig überrascht. «Ich konnte es nicht glauben», sagte Hell am Mittwoch nach der Bekanntgabe in Stockholm am Telefon während der Pressekonferenz. Er habe aber die Stimme von Staffan Normark wiedererkannt, dem Ständigen Sekretär der schwedischen Wissenschaftsakademie. «Aber ich habe eine Weile gebraucht, das zu realisieren.»

«Bahnbrechende Arbeiten»: Nobelpreiskomitee verkündet Gewinner in Stockholm. (Video: Reuters)

Vergangenes Jahr hatten die drei in den USA arbeitenden Molekularchemiker Martin Karplus, Michael Levitt und Arieh Warshel den Preis für ihre Entwicklung von Computermodellen zur Voraussage chemischer Prozesse erhalten.

Die diesjährigen Träger der Nobelpreise für Medizin und Physik wurden bereits am Montag und Dienstag gekürt, am Donnerstag folgt der Nobelpreis für Literatur, am Freitag der Friedensnobelpreis. Den Abschluss bildet der Wirtschaftspreis am Montag kommender Woche. Der Preis wird am 10. Dezember, am Todestag des 1896 gestorbenen Preisstifters, verliehen. Die Auszeichnung ist mit acht Millionen schwedischen Kronen (rund 1 Million Franken) dotiert.

sda/AFP/rub

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