Fremdes aus tiefster Tiefe

Neue, spektakuläre Bilder: Mit ferngesteuerten Kameras haben australische Forscher in der Tiefsee unter dem Great Barrier Reef uralte und seltene Tiere endeckt.

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Nach Angaben des Leiters des Forscherteams, Justin Marshall von der Universität Queensland, schwammen den Kameras einige sehr alte und fremdartige Arten vor die Linse. So wurde etwa ein Krustentier aufgenommen, dass eher an einen Totenschädel erinnert als an einen lebenden Organismus. Auch das Farbenspiel der Quallen begeistere.

Bislang sei schlicht nicht bekannt gewesen, welche Lebensformen in dem Gebiet existieren, fügte der Meeresforscher hinzu. «Jetzt sind die Kameras in der Lage, das Verhalten und das Leben in der grössten Biosphäre Australiens, der Tiefsee, aufzunehmen.»

Nun sollen die Spezialkameras in den Golf von Mexiko geschickt werden. Dortige Forschungen seien durch die Ölkatastrophe von Anfang April sowie durch die Erwärmung und Versäuerung der Meere noch dringender geworden, sagte Marshall. «Wir wollen uns das Leben in der Tiefsee anschauen und entdecken, was es dort gibt, bevor wir es auslöschen.»

Bedrohte Schönheit

Wissenschaftler warnen seit geraumer Zeit vor einer ernsten Bedrohung des 345'000 Quadratkilometer grossen Great Barrier Reefs, des grössten Korallenriffs der Welt, das mit seiner bunten Unterwasserwelt Taucher aus aller Welt anlockt.

Am 2. April lief ein chinesischer Frachter auf dem Riff auf Grund, als er eine Abkürzung nehmen wollte. Dabei riss der Rumpf auf, und drei Tonnen Öl strömten in das als Weltnaturerbe gelistete Korallenriff. Im März liefen in der Nähe des Riffs 200'000 Liter Schweröl aus, als ein in Hongkong gelistetes Schiff bei einem Zyklon beschädigt wurde.

kle/sda

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