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Schwitzen ohne Ende

Eine junge Frau litt unter extremen Schweissausbrüchen. Ein wirkliches Heilmittel gegen die Krankheit schien es nicht zu geben – bis ihr eine Ärztin zu einer überraschenden Behandlung riet.

Ab dem 16. Altersjahr hörte Stephanie nicht mehr auf zu schwitzen. Von Kopf über die Hände bis zu den Füssen, aus allen Poren tropfte es. Die Temperatur oder die Jahreszeit spielen keine Rolle. Am Arbeitsplatz bleiben die Blätter regelrecht auf den Handflächen kleben. Eine Hitzeattacke ohne Ende. «Spider-Woman» nennen sie die Kollegen, wie sie dem «Spiegel online» erzählt. Deos oder Badeöle verschaffen keine Abhilfe. Ein extra saugstarkes Putztuch wird zu ihrer täglichen Begleiterin.

Die Bankkaufrau leidet unter der Krankheit Hyperhidrose. Das sei so, als wäre der Thermostat kaputt und niemand könne ihn reparieren. Oder so als wäre die Klimaanlage konstant am Laufen. Ihre linke Hand produziert in fünf Minuten 150 Milliliter Flüssigkeit. Tausend Milliliter am Tag sind laut «Spiegel online» normal. Die Ärzte können Stephanie S. nicht helfen. Sie müsse damit leben, heisst es.

Rund 3 Millionen Personen leiden alleine in Deutschland unter dieser Krankheit. Stoffwechselkrankheiten, Übergewicht oder chronische Infekte gelten als Ursache. Für die Ärzte hat Hyperhidrose vor allem psychische Gründe. Angst, Stress oder Druck veranlassen den Menschen ganz natürlich zum Schweissausbruch.

Der ungewöhnliche Rat einer Ärztin

Als Stephanie S. schon glaubte, dass nichts gegen die Krankheit zu unternehmen ist, rät ihr eine Ärztin zu einer Botox-Behandlung. «Das Nervengift glättet nicht nur die Haut, sondern stoppt auch hyperaktive Schweissdrüsen», erklärt sie der verdutzten Patientin. Für 500 Euro lässt sie sich 25 bis 30 Stiche pro Achselseite spritzen. Es funktionierte, wie sie dem «Spiegel online» berichtet. «Mein Körper hat das Schwitzen abgestellt.»

Doch ein Problem hat das Nervengift. Es wirkt nur für sechs Monate. Insgesamt dreimal lässt sich Stephanie S. Botox spritzen. Als sie sich die Behandlung nicht mehr leisten kann, stellt sie auf Anti-Schwitz-Tabletten um. Sie wirken, machen aber ihren Mund trocken. Wenigstens kann die 26-Jährige heute wieder ein normales Leben führen.

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