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Neuer Test für Gebärmutterhalskrebs

Die amerikanische Heilmittelbehörde FDA hat einen Gentest von Roche neu als Ersttest bei Gebärmutterhalskrebs zugelassen. Der Entscheid könnte richtungsweisend sein.

Humane Papillomaviren können Gebärmutterhalskrebs auslösen.
Humane Papillomaviren können Gebärmutterhalskrebs auslösen.
KEYSTONE/SCIENCDR LINDA STANNARD, Keystone

Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat einen neuen Gentest für Gebärmutterhalskrebs von Roche als Primärtest zugelassen. Dieser Krebs ist eine der bedeutendsten Tumorerkrankungen bei Frauen. In den USA treten jährlich 12'000 neue Fälle auf, in der Schweiz sind es rund 240 Frauen pro Jahr, die daran erkranken. 80 Frauen sterben jährlich an diesem Krebs.

Die Zulassung des Roche-Kits Cobas HPV-Test als Primärtest für Frauen ab 25 Jahren ist ein grosser Erfolg für den Basler Pharmamulti im stark umkämpften Molekulardiagnostikmarkt. Der Test könnte auf lange Sicht den bereits vor dem Zweiten Weltkrieg entwickelten und weltweit etablierten Pap-Test konkurrieren – ein strategisches Ziel des Basler Pharmaunternehmens.

Bisher nur Zusatztest

Bei dem jetzt zugelassenen Testverfahren wird das Erbgut der den Gebärmutterhalskrebs auslösenden Viren erfasst. Von diesen gibt es mehr als 100 Untertypen, wovon 15 Untertypen als krebsauslösend gelten. Dabei sind die Untertypen HPV 16 und HPV 18 für rund 70 Prozent der Gebärmutterhalskrebse verantwortlich.

Der Roche-Test erkennt 14 der gefährlichen Untertypen. Er ist bereits seit 2011 auf dem wichtigen amerikanischen Markt, war bisher jedoch nur als Ergänzung zum etablierten Pap-Test zugelassen. Die Gynäkologen konnten zum Beispiel einen Gentest machen lassen, wenn der Pap-Test keine eindeutigen Resultate brachte.

Abstrich der Zellen

Der Pap-Test ist ein zytologischer Test, der schon 1928 vom griechischen Arzt George Papanicolaou entwickelt worden war. In Ländern, wo er benutzt wird, ist die Erkrankungsrate an Gebärmutterhalskrebs stark zurückgegangen, in den USA zum Beispiel um 75 Prozent seit den 1940er-Jahren.

In der Schweiz ist er gemäss Bundesamt für Gesundheit seit den 1970er-Jahren etabliert. Dabei wird ein Abstrich der Zellen der Gebärmutterschleimhaut auf Veränderungen untersucht. Die meisten Frauen lassen den Test routinemässig ab dem Alter von 20 Jahren machen. Tests auf das Virusgenom wie der Roche-Test sind zwar auch auf dem Markt, werden jedoch auch hierzulande von den Krankenkassen nur übernommen, wenn sie als zusätzliche Abklärung nach einem auffälligen Gewebebefund vom Arzt vorgenommen werden.

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