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Neue Antibiotika gegen Tuberkulose & Co

Immer mehr Bakterien werden gegen Medikamente resistent. Amerikanische Mediziner forschen an aussichtsreichen Breitband-Antibiotika.

Mehr als 340'000 Fälle allein in Südafrika: Röntgen-Untersuchung in einer Tuberkulose in Cape Town.
Mehr als 340'000 Fälle allein in Südafrika: Röntgen-Untersuchung in einer Tuberkulose in Cape Town.
Keystone

«Sechs Jahrzehnte lange waren Antibiotika unser Bollwerk gegen Krankheiten durch bakterielle Infektionen», sagt Richard Ebright von der Rutgers University im US-Bundesstaat New Jersey, «nun bricht es allmählich zusammen.» Weil manche Erreger schon resistent gegen solche Antibiotika sind, die als letzte Barriere nur selten eingesetzt werden, forschen Mediziner weltweit nach neuen Wirkstoffen – und laut einer Mitteilung seiner Universität ist Ebright drei viel versprechenden Substanzen auf der Spur, die auch den Tuberkulose-Erreger besiegen könnten.

Myxopyronin, Corallopyronin und Rypostatin sind natürliche Wirkstoffe, mit denen manche Bakterien andere Bakterien töten. Sie blockieren in ihnen die so genannte RNA-Polymerase, die dazu nötig ist, genetische «Anweisungen» der DNA in Ribonukleinsäure (RNA) zu übersetzen, die wiederum entsprechende Eiweissmoleküle produziert – ein lebenswichtiger Vorgang also.

Zwei Substanzen gegen Tuberkulose wirksam

Laut einem Bericht in der neuen Ausgabe des Fachmagazins «Cell» ist es Ebright gelungen, ihre Wirkungsweise im Detail zu verstehen: «RNA-Polymerase hat eine Form, die an die Schere eines Krebses erinnert, mit zwei », erklärt Ebright, «ein Greifer ist fixiert, während der andere sich bewegt, um die DNA zu fixieren – mit Hilfe eines Drehgelenks. Unsere Studie zeigt, dass die drei Antibiotika sich an disem Gelenk anlagern und es blockieren.»

Zwei der drei Verbindungen, nämlich Myxopyronin und Corallopyronin, haben laut den Wissenschaftlern «gute Eigenschaften» gegen mehrere Erkrankungen, darunter auch Tuberkulose. Zwar wirken gängige Medikamente der «ersten Verteidigungslinie» – die Rifamycine –, gegen deren Erreger ebenfalls mit Hilfe der RNA-Polymerase. Doch im Detail auf andere Art, erklären die Wissenschafter, so dass künftige Antibiotika, die auf Myxopyronin und Corallopyronin basieren, gegen resistente Bakterien eingesetzt werden könnten. Mehr noch: Ebright glaubt, dass diese Wirkstoffe effektiver sind und die Dauer einer Tuberkulose-Therapie, die schlimmstenfalls zwei Jahre dauert, deutlich verkürzen könnten.

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