Multiresistente Bakterien in Basel auf dem Vormarsch

Seit Anfang 2019 sind in den Spitälern vermehrt Fälle von resistenten Keimen nachgewiesen worden.

In den letzten Monaten sind vermehrt resistente Bakterien machen in Basler Spitälern un

In den letzten Monaten sind vermehrt resistente Bakterien machen in Basler Spitälern un

(Bild: Adrian Moser)

Rund 40 Mal seien Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) in Basler Spitälern seit Anfang Jahr nachgewiesen worden. Das sei eine unüblich hohe Zahl, heisst es in einer Mitteilung des Basler Gesundheitsdepartements (GD) vom Montag. VRE sind selbst auf das Reserve-Antibiotikum Vancomycin resistent. Das bedeutet, dass das normalerweise zur Behandlung eingesetzte Antibiotikum nicht mehr wirkt und mögliche Infektionen, insbesondere bei schwerkranken Personen, schwerer behandelbar sind.

Die meisten dieser gefährlichen Keime wurden im Universitätsspital Basel gefunden, einige auch im Felix-Platter-Spital. Mit speziellen Massnahmen soll nun eine weitere Ausbreitung der Bakterien bekämpft.

Zahl der Fälle versechsfacht

VRE sind nicht nur in Basel ein Problem: In den letzten vier Jahren hat sich laut Gesundheitsdepartement die Anzahl nachgewiesener Fälle in der Schweiz versechsfacht. In den letzten Jahren sei hauptsächlich in den Kantonen Waadt und Bern zu grösseren Ausbrüchen gekommen.

Bereits im September 2018 wurden alle Pflegeheime im Kanton über die nötigen Massnahmen informiert. Zudem habe das Universitätsspital und das Felix-Platter-Spital «alle notwendigen Massnahmen wie Intensivierung der Hygienemassnahmen, Kontaktisolation oder Abklärung von Kontakten jeweils ergriffen». Damit soll versucht werden, die Ausbreitung von VRE «so weit wie möglich einzudämmen». Eine vollständige Elimination sei aber aufgrund der hohen Überlebensfähigkeit dieser Bakterien schwierig. Die Aufgabe des Gesundheitsdepartementes sei nun die epidemiologische Überwachung im Kanton im Auftrag des Bundes. Ärzte sowie Laboratorien sind verpflichtet, dem Departement das Auftreten bestimmter übertragbarer Krankheiten zu melden.

Hände desinfizieren wichtig

Die wichtigste Massnahme zur Verhinderung einer Übertragung ist die hygienische Händedesinfektion. Besucherinnen und Besucher im Spital oder im Pflegeheim sind gebeten, sich beim Betreten und Verlassen des Gebäudes die Hände zu desinfizieren.

Liegt eine Erkrankung aufgrund von VRE bereits vor, ist die strikte Einhaltung von Isoliermassnahmen mit Instruktionen für Besuchende gemäss Gesundheitspersonal zu beachten.

Enterokokken sind grundsätzlich normaler Bestandteil der Darmbesiedelung. Sie werden auch in Böden und Abwässern gefunden. Übertragen werden die Bakterien von einer Person zur anderen vor allem über die Hände, aber auch über Kontakt mit Oberflächen und Gegenständen sowie selten Kleider.

amu

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