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Mit Pillen gegen die Aids-Infektion

Hoffnung durch zwei neue Studien: Die tägliche Einnahme antiretroviraler Medikamente verringert das Risiko einer Übertragung des Aids-Virus bei Heterosexuellen um fast zwei Drittel.

Hoffnungsträger für Seuchenmediziner: So genannte Truvada-Tabletten verringerten die Infektionsrate.
Hoffnungsträger für Seuchenmediziner: So genannte Truvada-Tabletten verringerten die Infektionsrate.
Keystone

«Dies ist ein extrem erfreulicher Tag für die HIV-Vorbeugung», sagte Kevin Fenton, Direktor des bekannten Zentrums für Krankheitsvorbeugung in Atlanta laut einem Bericht der «New York Times». Auch das Programm der Vereinten Nationen gegen Aids (Unaids) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) begrüssten Resultate der Studien, die am Mittwoch veröffentlicht wurden, als Erfolg.

Infektionsrisiko deutlich verringert

Die Untersuchungen waren von Teams der Universität Washington sowie vom US-Zentrum für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten (CDC) in Botsuana, Kenia und Uganda durchgeführt worden. Bei der CDC-Studie in Botswana erhielten mehr als 1200 nicht-infizierte heterosexuelle Männer und Frauen entweder eine Tablette mit den Wirkstoffen Tenofovir und Emtricitabin oder ein Placebo. Bei denen, die das Präparat einnahmen, war das Infektionsrisiko 63 Prozent geringer als bei der anderen Gruppe.

Die Untersuchung der Universität Washington betraf rund 4800 heterosexuelle Paare in Kenia und in Uganda, von denen jeweils ein Partner mit dem Virus infiziert war. Von den nicht-infizierten Probanden nahm ein Teil antiretrovirale Medikamente ein, ein anderer Teil erhielt Placebos. Im Vergleich zu den Placebo-Einnehmern war das Infektionsrisiko bei denen, die Tenofovir einnahmen, um 62 Prozent niedriger; bei denen, die eine Kombination von Tenofovir und Emtricitabin einnahmen, sogar um 73 Prozent.

Resultate einer früheren Studie bestätigt

Mit diesen beiden Studien gelang es laut einem Bericht auf der Webseite der «New York Times» zum ersten Mal, eine Schutzwirkung bei heterosexuellen Menschen nachzuweisen. Zuvor hatte eine Untersuchung an homosexuellen Männern ähnliche Resultate geliefert. Die nun publizierten Studien unterstützen Hoffnungen, dass Infektionen mit dem HI-Virus dereinst mit Hilfe von Medikamenten unterbunden werden könnten.

AFP/raa

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