Mit Laserlicht in die Tiefe des Gehirns

Erstmals in der Schweiz haben Neurochirurgen am Universitätsspital Zürich bei zwei Patienten eine neue Methode der Hirnoperation angewendet.

Alle vier Sekunden erhält der Chirurg exakte Informationen zum Operationsgebiet: Patientin im MRI. (Bild: Medtronic via USZ)

Alle vier Sekunden erhält der Chirurg exakte Informationen zum Operationsgebiet: Patientin im MRI. (Bild: Medtronic via USZ)

Mit der sogenannten stereotaktischen Laserablation töteten die Neurochirurgen Tumorgewebe im Gehirn ab. Die erste Operation mit der neuen Methode fand im September bei einer Tumorpatientin statt, teilte das Universitätsspital Zürich am Donnerstag mit.

Mitte November wurde ein zweiter Patient, ein junger Mann, damit operiert. Die stereotaktische Laserablation ist erst seit wenigen Wochen in Europa zugelassen.

Schonende Alternative

«Stereotaktisch» bedeutet, dass die präzise Lokalisation des Eingriffs durch bildgesteuerte und computerassistierte Zielführungssysteme sichergestellt wird. Zwar waren bereits stereotaktische Nadelbiopsien möglich, um Gewebeproben zu entnehmen, entfernen konnte man Tumore jedoch bisher nur mittels offener Operation, hiess es. Die stereotaktische Laserablation biete nun eine schonendere Alternative.

Dabei wird wie bei der Nadelbiopsie unter Vollnarkose ein dünner Laserkatheter ins Zentrum des Tumors geschoben. Dafür seien nur ein Hautschnitt von drei Millimetern und ein winziges Bohrloch im Schädel nötig, schrieb das Universitätsspital. Im Magnetresonanztomografen (MRI) wird die genaue Position überprüft, ein Computer angeschlossen und das Laserlicht angeschaltet. Die Spitze des Katheters erwärmt sich durch das Laserlicht und tötet damit das umliegende Tumorgewebe ab.

Entfernung tief liegender Läsionen mit stereotaktischer Laserablation. Ein Zugangsweg von wenigen Millimetern reicht aus. Bild: Medtronic

Mittels MRI wird der Fortschritt überwacht, wobei der Computer die Daten verarbeitet. Die Mediziner können so kontrollieren, dass sämtliches erkrankte Gewebe abgetötet wird, aber das gesunde Hirngewebe verschont bleibt. In den USA ist die Methode bereits zugelassen und wird seit 2007 eingesetzt, meistens mit Epilepsie oder bei kleineren Tumoren. Sie habe sich dort bereits in mehr als 2000 Fällen bewährt, schrieb das Spital. Dort erlernten auch die Zürcher Ärzte die Methode. Die ersten zwei Operationen am Universitätsspital Zürich seien sehr gut verlaufen.

nag/sda

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