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Mehrere Fälle von Vogelgrippe am Bodensee entdeckt

Der jüngste Erreger H5N8 hat höchstwahrscheinlich ein Vogelsterben ausgelöst. Hinweise auf eine Übertragung auf Menschen gibt es bislang keine.

Auch am deutschen und österreichischen Bodenseeufer wurden tote Wasservögel entdeckt: Ein Zvilschützer holt eine tote Reiherente aus dem Bodensee. (Archiv)
Auch am deutschen und österreichischen Bodenseeufer wurden tote Wasservögel entdeckt: Ein Zvilschützer holt eine tote Reiherente aus dem Bodensee. (Archiv)
Eddy Risch, Keystone

Am Bodensee sind mehrere Fälle von Vogelgrippe aufgetreten. Die Schweiz, Deutschland und Österreich wollen koordinierte Massnahmen treffen, um die weitere Verbreitung des Virus zu verhindern, wie das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) heute mitteilte.

Seit vergangenem Freitag seien rund um den Bodensee verendete Wildvögel gemeldet worden. Dabei habe es sich in erster Linie um Reiherenten gehandelt. Endgültige Ergebnisse zur Todesursache stünden zwar noch aus, aber alle bereits durchgeführten Untersuchungen wiesen auf die Vogelgrippe hin, schreibt das BLV. Konkret dürfte es sich um den Subtyp H5N8 handeln.

Über 100 Kadaver entdeckt

In Vorarlberg sind laut der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit bei fünf toten Enten Vogelgrippe-Erreger gefunden worden. Bei den verendeten Tieren handle es sich um vier Reiherenten und eine Tafelente. Seit dem Wochenende seien rund um den Bodensee mehr als 100 tote Wasservögel entdeckt worden.

Da die toten Tiere sowohl auf Schweizer wie auch auf deutschem und österreichischem Gebiet gefunden worden seien, stünden die zuständigen Behörden der drei Länder in engem Kontakt miteinander.

Nach Vorliegen der definitiven Laborresultate sollen am kommenden Donnerstag gegenseitig abgesprochene Entscheide für Massnahmen fallen. Zu denken sei beispielsweise an Schutzzonen rund um den Bodensee sowie verstärkte Kontrollen.

Bislang kein Hinweis auf Gefahr für Menschen

Menschen, die auf Kadaver stiessen, seien vorsichtshalber gebeten, diese nicht zu berühren und sich an eine Polizeistelle oder einen Wildhüter zu wenden. Bislang gebe es keine Hinweise darauf, dass die Vogelgrippe vom Subtyp H5N8 auch auf Menschen übertragen werde, schreibt das BLV weiter.

Fälle von Vogelgrippe waren vergangene Woche auch aus Polen, Ungarn, Kroatien und Schleswig-Holstein gemeldet worden. In einer Geflügelfarm im südostungarischen Ort Totkomlos mussten gemäss Angaben der Nachrichtenagentur MTI vom Montag 9000 Truthähne auf Anweisung der Behörden getötet werden, weil die Tiere am Vogelgrippevirus des Typs H5N8 erkrankt waren. Zuletzt hatten Japan, Israel und Hongkong aufgrund des Ausbruchs Einfuhrbeschränkungen gegen Geflügelprodukte aus Ungarn erlassen.

Virus in Vorarlberg nachgewiesen

Nach Behördenangaben sind auch im österreichischen Vorarlberg bei fünf toten Wildvögeln Erreger der Vogelgrippe des Subtyps H5N8 nachgewiesen worden. Wie die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) laut der Nachrichtenagentur APA mitteilte, handelt es sich bei den verendeten Tieren um vier Reiherenten und eine Tafelente.

Die Analyse, ob das Virus hochansteckend oder nicht ist, war demnach noch im Gange. Dem Gesundheitsministerium zufolge wird das Ergebnis der Analyse voraussichtlich am Mittwoch vorliegen.

SDA/nag

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