Medizin-Nobelpreis für den Vater der künstlichen Befruchtung

Der britische Forscher Robert Geoffrey Edwards bekommt in diesem Jahr den Nobelpreis für Medizin – für seine erfolgreiche Arbeit an der In-Vitro-Fertilisation.

Geburtstagsfeier dank Forscher: Edwards mit Sophie und Jack Emery, die mit Hilfe seiner Methode auf die Welt kamen, an deren zweitem Geburtstag.

Geburtstagsfeier dank Forscher: Edwards mit Sophie und Jack Emery, die mit Hilfe seiner Methode auf die Welt kamen, an deren zweitem Geburtstag.

(Bild: Keystone)

Das teilte die Nobelversammlung des Karolinska-Instituts am Montag in Stockholm mit. Der 85-jährige Physiologe Edwards entwickelte gemeinsam mit seinem 1988 verstorbenen Kollegen Patrick Steptoe die Befruchtung im Reagenzglas. Dabei werden Eizellen ausserhalb des Körpers befruchtet und der Frau dann in die Gebärmutter eingepflanzt. Mit Hilfe dieser Forschungsarbeiten konnten seither Millionen unfruchtbare Paare Kinder bekommen. Der Nobelpreis für Medizin ist mit zehn Millionen Kronen, umgerechnet 1,1 Millionen Euro, dotiert.

Die typische Form der künstlichen Befruchtung ist die In-Vitro-Fertilisation (IVF). Diese findet in einer kleinen Glasschale statt: Die der Frau nach einer Hormonbehandlung entnommenen reifen Eizellen werden dort mit den Spermien zusammengegeben. Nach zwei bis drei Tagen werden diese der Frau wieder eingepflanzt.

Ein lebender Beweis

Das erste auf diese Art entstandene «Retortenbaby» wurde im Juli 1978 in Grossbritannien geboren: Louise Joy Brown. Da die britischen Reproduktionsmediziner ihr Erfolgsgeheimnis zunächst nicht preisgaben, dauerte es noch bis April 1982, bis auch in Deutschland ein künstlich gezeugtes Kind geboren wurde.

Bis zum 8. Oktober werden auch die Preisempfänger für Physik, Chemie, Literatur und Frieden bekanntgegeben. Der Träger des Wirtschaftsnobelpreises wird am 11. Oktober bestimmt; diese Auszeichnung schuf die Schwedische Reichsbank im Jahr 1968 im Einvernehmen mit der Nobel-Stiftung geschaffen. Die Preisverleihung erfolgt alljährlich am Todestag von Alfred Nobel, dem 10. Dezember.

Die Nobelversammlung vergibt die Auszeichnung alljährlich an «denjenigen, der die wichtigsten Entdeckungen in der Domäne der Physiologie oder Medizin gemacht hat». Der Preis ist mit zehn Millionen schwedischen Kronen, umgerechnet 1,09 Millionen Euro, dotiert.

raa/sda

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