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Künstliche Nase kann Magenkrebs erschnüffeln

Israelische Forscher haben eine künstliche «Nase» entwickelt, die mit Gold-Nanopartikeln im Atem von Patienten Anzeichen für Krebs erkennen kann. Diese neue Methode ist viel kostengünstiger als herkömmliche Tests.

In Zukunft früher erkennbar: Ein Krebsgeschwür an der Magenwand. Bild: Twitter / eTobb (9. April 2015)
In Zukunft früher erkennbar: Ein Krebsgeschwür an der Magenwand. Bild: Twitter / eTobb (9. April 2015)

Eine kostengünstige elektronische «Nase» kann einer neuen Studie zufolge Anzeichen von Magenkrebs im Atem von Patienten «erschnüffeln». Auch Hinweise auf Schädigungen, die die Krankheit ankündigen, könnten damit festgestellt werden, schrieben Forscher in einer am Montag veröffentlichten Studie in der Zeitschrift «Gut». Die in Israel entwickelte «Nase» nutzt Gold-Nanopartikel, um im Atem von Patienten flüchtige organische Verbindungen nachzuweisen, die ein Anzeichen für Krebs sein können.

In der Studie wurde der Nano-Tester mit einer anderen, teureren Labormethode zum Nachweis der flüchtigen organischen Verbindungen verglichen. Dabei wurden Atemproben von 484 Freiwilligen in Lettland untersucht, von denen 99 bereits eine Magenkrebs-Diagnose, aber noch keine Behandlung bekommen hatten. Der Nano-Test wies recht genau die Krebspatienten nach sowie diejenigen mit einem hohen Risiko, diese Krankheit zu entwickeln. Die Studienleitung hatte Hossam Haick vom Israelischen Technologie-Institut, an dem das Nano-Testsystem entwickelt wurde.

Nachweis ohne Eingriff

Ein billiges, tragbares Test-Gerät würde für Krebsspezialisten die Möglichkeit bieten, ohne einen Eingriff die häufig zu spät erkannte Krebskrankheit nachzuweisen. Allerdings gibt es noch Zweifel an der Zuverlässigkeit des Atemtests über Gold-Nanopartikel. In einem unabhängigen Kommentar zu der Studie rief der französische Magen-Darm-Spezialist Jean-Christophe Saurin von der Universitätsklinik Lyon zur Vorsicht auf. Mehr Tests seien nötig, hob er hervor. Versuche sollten auch bestätigen, ob festgestellte erste Anzeichen später tatsächlich zu einem Krebs führten, um unnötige Behandlungen zu vermeiden.

AFP/pst

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