Zum Hauptinhalt springen

Die Frau, die der Schweiz den Ritalin-Boom beschert hat

Lislott Ruf schuf vor 30 Jahren ein Verfahren, das die Diagnose von Verhaltensstörungen vereinfachte.

«Für die Kinder sind die Tests wie ein Spiel»: Lislott Ruf.
«Für die Kinder sind die Tests wie ein Spiel»: Lislott Ruf.
Sophie Stieger

Ein schmales Taschenbuch mit knapp 200 Seiten machte im Jahr 1987 den Anfang. Unter dem Titel «Das frühkindliche psychoorganische Syndrom» (Thieme-Verlag) ist beschrieben, wie sich verhaltensauffällige Kinder mit ADHS Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätssyndrom) dank einfacher Tests diagnostizieren lassen. Das Buch schlug in der Schweiz ein. Vor allem Kinderärzte, die bis dahin oft nicht wussten, was sie mit verhaltensauffälligen Kindern anfangen sollten, stürzten sich darauf. Es folgte eine Entwicklung, die Fachleute als logisch empfinden, Öffentlichkeit und Politiker aber bis heute besorgt verfolgen: immer mehr ADHS-Diagnosen und ein stetig steigender Verkauf von Medikamenten wie Ritalin. Inzwischen überlegt sich das Bundesamt für Gesundheit (BAG), ob künftig nur noch Spezialärzte ADHS-Medikamente verschreiben dürfen.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.