Der Medizin-Nobelpreis geht an drei Parasiten- und Malariaforscher

Der diesjährige Nobelpreis für Medizin geht an die Parasiten- und Malariaforscher William Campbell, Satoshi Omura und Youyou Tu.

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Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr an den gebürtigen Iren William C. Campbell, an Satoshi Omura (Japan) und an Youyou Tu (China). Die drei Wissenschaftler waren massgeblich an der Erforschung von Malaria, Flussblindheit und Elefantiasis beteiligt. Das teilte das Karolinska-Institut heute in Stockholm mit.

Die Auszeichnung ist mit acht Millionen Schwedischen Kronen (929'000 Franken) dotiert. Die eine Hälfte des Preisgelds erhält die Chinesin Youyou Tu. Die zweite Hälfte teilen sich der gebürtige Ire William C. Campbell und der Japaner Satoshi Omura.

Parasitische Würmer

Campbell und Omura werden für ihre Entdeckung des Medikaments Avermectin gegen parasitische Würmer geehrt, wie das Nobelkomitee in seiner Begründung schrieb. Die Derivate der Substanz hätten das Vorkommen der Flussblindheit und der Elefantiasis radikal gesenkt und auch Wirkung gegen andere parasitäre Krankheiten gezeigt.

Campbell ist ein emeritierter Forschungsstipendiat an der Drew-Universität in Madison im US-Staat New Jersey. Der 80-jährige Omura ist emeritierter Professor an der japanischen Kitasato-Universität.

Sterblichkeit von Malariapatienten gesenkt

Die 84-jährige Chinesin Youyou Tu hat das Malariamittel Artemisinin entdeckt, das die Sterblichkeit von Malariapatienten signifikant verringert hat. Ihre Forschung stützte sich dabei auf die traditionelle chinesische Kräutermedizin. Youyou Tu ist die zwölfte Frau, die den Nobelpreis für Medizin erhält. Sie ist Chef-Professorin an der Chinesischen Akademie für Traditionelle Chinesische Medizin.

Die Entdeckung der beiden Wirkstoffe habe die Menschheit mit «kraftvollen neuen Mitteln» im Kampf gegen schwere Krankheiten ausgerüstet, die jedes Jahr «Hunderte Millionen Menschen» beträfen, erklärte das Komitee. Es lasse sich nicht ermessen, wie sehr die drei Wissenschaftler damit zur besseren Gesundheit unzähliger Menschen und einer Linderung der Leiden beigetragen hätten.

Höchste Auszeichnung: Vertreter des Nobelpreis-Komitees verkünden die Preisträger. (Video: Reuters)

Fünf Preise folgen

Im vergangenen Jahr erhielten das norwegische Ehepaar May-Britt und Edvard Moser sowie John O'Keefe (USA/Grossbritannien) die Auszeichnung für die Entdeckung eines Navis im Hirn: Sie fanden grundlegende Strukturen unseres Orientierungssinns.

Am Dienstag und Mittwoch werden die Träger des Physik- und des Chemie-Nobelpreises benannt. Am Donnerstag folgt die Verkündung des Literaturnobelpreisträgers. Der mit besonderer Spannung erwartete Träger des Friedensnobelpreises wird am Freitag in Oslo verkündet.

Schlusslicht bildet der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften am Montag. Die Auszeichnung ist offiziell unter dem Namen «Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften der schwedischen Reichsbank» bekannt. Sie wurde 1968 zu Ehren Nobels von der schwedischen Zentralbank gestiftet. Formal ist sie kein Nobelpreis.

Die feierliche Überreichung findet traditionsgemäss am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel.

sda/AFP

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