Zum Hauptinhalt springen

Brustkrebs-Mittel könnte gegen Leukämie helfen

Männer haben ein höheres Risiko für bestimmte Leukämien als Frauen.

Mediziner vermuten, dass dies mit den Geschlechtshormonen zusammenhängt. So kamen Schweizer und spanische Forscher auf die Idee, eine Brustkrebs-Therapie bei einem unheilbaren Blutkrebs zu testen - bei Mäusen mit Erfolg.

Sogenannte myeloproliferative Neoplasien sind bösartige Bluterkrankungen, die auf einer Genveränderung in den blutbildenden Zellen beruhen. Sie sind bei Männern häufiger als bei Frauen und nur bei wenigen Patienten durch Knochenmark-Transplantationen heilbar. Bei der Krankheit entwickeln sich Blutzellen abnormal und das Knochenmark wird abgebaut.

Mit dem breit eingesetzten Brustkrebs-Medikament Tamoxifen konnte das Team um Jürg Schwaller und Radek Skoda vom Universitätsspital Basel diese beiden Prozesse bei männlichen Mäusen mit Leukämie stoppen. Die Symptome verschwanden und das Fortschreiten der Erkrankung wurde gestoppt, berichten die Forscher im US-Fachjournal «Cell Stem Cell».

Kaum Nebenwirkungen

Während Tamoxifen bei Brustkrebs die Wirkung des Geschlechtshormons Östrogen hemmt, scheint es in den Blutzellen dessen Wirkung zu imitieren, wie das beteiligte Nationale Herzforschungsinstitut (CNIC) in Madrid in einer Mitteilung schrieb. Ein weiterer Vorteil ist, dass die gesunden Blutzellen durch die Behandlung kaum verändert wurden, sie also kaum Nebenwirkungen hatte.

Die Forscher äusserten die Hoffnung, dass ihre Resultate sehr rasch in die Praxis umgesetzt werden können. Tamoxifen sei zugelassen und in den entsprechenden Dosen gut verträglich, erklärten sie. Dies erhöhe die Chancen auf baldige klinische Versuche mit Blutkrebs-Patienten.

SDA

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch