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Alzheimer-Rate verdreifacht sich bis 2050

In vierzig Jahren könnten in den USA etwa 14 Millionen Menschen an Alzheimer leiden – das sind dreimal mehr als heute. Die erschreckende Prognose lässt sich offenbar auch auf die Schweiz übertragen.

Immer mehr alte Menschen, immer mehr Demenzkranke: Gymnastikstunde in einem Pflegeheim. (Archivbild)
Immer mehr alte Menschen, immer mehr Demenzkranke: Gymnastikstunde in einem Pflegeheim. (Archivbild)
Keystone

Im Jahr 2050 werden einer Studie zufolge etwa dreimal so viele Menschen in den USA an Alzheimer erkrankt sein wie heute. Alzheimer ist die häufigste Form von Demenz.

Die Zahl der Erkrankten werde von 4,7 Millionen im Jahr 2010 auf 13,8 Millionen Menschen steigen, prophezeit das Team um Liesi Hebert vom Rush University Medical Center in Chicago im Fachjournal «Neurology».

In der Schweiz sind die Prognosen vergleichbar, wie die Schweizerische Alzheimervereinigung anlässlich des Weltalzheimertags vom 21. September 2012 mitteilte: «Heute gehen wir davon aus, dass in der Schweiz 107'000 Menschen mit Demenz leben.» Die Zahl dürfte sich bis 2050 verdreifacht haben.

Durchbruch in der Therapie gesucht

Auch in Deutschland sagen Experten einen starken Anstieg der Patienten voraus. Nach jüngsten Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) wird sich die Zahl der Demenzkranken bis 2050 mehr als verdoppeln – von derzeit 1,4 Millionen auf rund 3 Millionen Betroffene. Etwa zwei Drittel von ihnen haben demnach Alzheimer.

Die Zahl der älteren Menschen nehme zu. Und mit dieser Entwicklung wächst der DAlzG zufolge auch die Zahl der Demenzkranken – sofern kein Durchbruch in der Therapie gelingt. Bislang ist Alzheimer unheilbar. Ein Patient weiss im fortgeschrittenen Stadium nicht mehr, wo er sich befindet und wer er ist.

Alternde Babyboom-Generation

«Unsere Studie macht auf etwas Dringendes aufmerksam: Diese Epidemie muss durch mehr Forschung, mehr Behandlung und mehr Prävention gemindert werden», sagt die Mitautorin der US-Studie Jennifer Weuve. «Der Anstieg hat mit der alternden Babyboom-Generation zu tun.»

Gemeinsam mit ihren Kollegen wertete Weuve Daten von 10'802 Menschen aus Chicago aus. Die Informationen umfassen einen Zeitraum von fast 20 Jahren. Die Teilnehmer waren mindestens 65 Jahre alt und wurden alle drei Jahre auf Demenz untersucht.

Die Forscher verknüpften errechnete Alzheimer-Risiken unter anderem mit Sterberaten und Bevölkerungsschätzungen der US-amerikanischen Behörden und kamen so zu ihrer Prognose.

SDA/fko

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