Wie das Feuerwerk die Luft verpestet

Schön sind sie und laut, die Neujahrs-Raketen. Und sie verdrecken die Luft. Wir zeigen die Werte live – aus Bern, Basel und Zürich.

Drei Städte im Vergleich: Als Kurzzeitgrenzwert gelten in der Schweiz 50 µg/m³ im 24-Stunden-Mittel.

Während der Silvesterfeiern schnellt der Feinstaubwert je nach Wetterlage jeweils deutlich in die Höhe. Die feinen Partikel können zu Hustenanfällen führen. Wie hoch die Belastung in den Städten Bern, Basel und Zürich ist, sehen Sie in der Live-Grafik (oben). Als Kurzzeitgrenzwert gelten in der Schweiz 50 µg/m³ im 24-Stunden-Mittel (maximal 1 Überschreitung pro Jahr).

In seinem Blog «Wettermacher» schreibt Jörg Kachelmann «Feinstaub? Warum Sie das Silvesterfeuerwerk getrost zünden können». Wir hätten zwar diesmal eine windschwache Wetterlage mit leichter Inversionslust um Mitternacht, aber spätestens am 2. Januar sei alles verdünnt und weggeweht, was mit dem Silvesterfeuerwerk zu tun hat.

Feinstaubbelastung geht zurück

Nach einem deutlichen Rückgang der Feinstaub-Belastung in der Schweiz bis zum Jahr 2000 hat sich die Abnahme stark verlangsamt, sie zeigt aber nach wie vor einen leichten Abwärtstrend. Seit 2014 wird der Langzeitgrenzwert (20 µg/m³ im Jahresmittel) auf dem Stadtgebiet nur noch punktuell überschritten.

Nach wie vor können ungünstige Witterungsbedingungen (insbesondere anhaltende Winter-Inversionslagen) dazu führen, dass der Langzeitgrenzwert vermehrt und der Kurzzeitgrenzwert (Tagesmittelwert) an allen Messorten häufig überschritten werden.

Feinstaub (PM10), auch Schwebestaub genannt, ist eine Mischung aus kleinsten Teilchen mit weniger als einem Hundertstel Millimeter Durchmesser (10 µm). In der Stadt ist der motorisierte Strassenverkehr einer der Hauptverursacher zu hoher Feinstaubbelastung.

Feinstaub ist ein Gemisch aus Dieselruss, Russteilchen aus Öl- und Holzfeuerungen, Abriebteilchen von Pneus und Strassenbelag, aber er besteht auch aus Aufwirbelungen und Partikeln aus illegalen Abfallverbrennungen sowie natürlichen mineralischen Anteilen.

Eine wichtige Rolle spielt auch die Partikelbildung aus gasförmigen Vorläuferschadstoffen, namentlich Stickoxiden, Schwefeldioxid und Ammoniak. Zudem haften an den Partikeln aus Verbrennungsprozessen Substanzen wie polyaromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Dioxine, die teils krebserregend und erbgutschädigend wirken können.

Wirkung

Feinstaub PM10 wird grossteils eingeatmet, da die Filterwirkung des Nasen-Rachenraumes für feine Partikel mit weniger als 10 Mikrometer Durchmesser (PM10) nicht ausreicht. Je kleiner die Partikel sind, desto tiefer können sie in die Lunge vordringen. So gelangen ultrafeine Teilchen bis in die Lungenbläschen (Alveolen) und werden von dort nur sehr langsam wieder entfernt. Gemäss neuerer Erkenntnisse können sie von den Alveolen in die Blutbahn übertreten und so im Körper verteilt werden.

Abgelagerte Partikel können Atemwegserkrankungen wie Bronchitis bewirken oder Asthmaanfälle begünstigen. PM10 und darin enthaltene Russpartikel, polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Schwermetalle können toxisch wirken und Krebs verursachen. Feinstaub führt auch zu Belastungen des Herz-Kreislaufsystems und steigert das Herzinfarktrisiko.

Quelle (Text): Webseite der Stadt Zürich Live-Daten (Zürich): Ostluft.ch Live-Daten (Basel und Bern): Luftqualitaet.ch

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