Was unser Körper wirklich braucht

Eine richtige Ernährung ist nicht nur gesund, sondern sie kann auch Schmerzen lindern.

Gemüse sorgt für intakte Zellwände: Besonders wirksam ist etwa der Wirsing. <nobr>Foto: iStock</nobr>

Gemüse sorgt für intakte Zellwände: Besonders wirksam ist etwa der Wirsing. Foto: iStock

Silvia Aeschbach

Eine ausgewogene Ernährung allein heilt keine Krankheiten. Doch sie kann eine prophylaktische Wirkung auf unser Wohlbefinden und damit auf unsere Gesundheit haben. Und auch bei entzündlichen Prozessen wie sie bei Gelenk-erkrankungen, Arthrose, Gicht und rheumatoider Arthritis vorkommen, ist durch wissenschaftliche Studien belegt, dass gewisse Nährstoffe nicht nur körperliche Entzündungen befeuern, sondern eben auch lindern können.

Der Anteil von Menschen mit Arthrose, der häufigsten Gelenkerkrankung, liegt in der Schweiz bei geschätzten 15 bis 20 Prozent. Bei rheumatischen Erkrankungen zeigt sich ein Geschlechterunterschied: Während 90 Prozent der Männer unter Gicht leiden, sind es bei rheumatoider Arthritis 75 Prozent Frauen. Wer glaubt, nur alte Menschen würden unter rheumatischen Beschwerden leiden, liegt falsch. Der Hauptanteil der Patienten ist zwischen 30 und 60 Jahre alt, während Arthrose als Spätfolge von Sportverletzungen aus der Jugend bereits bei Menschen ab 30 auftreten kann.

Was wir essen, wirkt sich auch auf die Psyche aus

Wie positiv sich eine Ernährung, die hauptsächlich aus pflanzlicher Kost, aus Gemüse, kaltgepresstem Oliven- und Rapsöl, Nüssen, fetthaltigem Fisch und gewissen Gewürzsorten auf entzündliche Prozesse auswirkt, hat auch die japanische Tomorrow-Studie untersucht. So kann eine vermehrte Zufuhr von ungesättigten Fettsäuren, wie man sie beispielsweise in der Mittelmeerküche findet, die Symptome bei rheumatoider Arthritis lindern. Diese sogenannte antiinflammatorische Ernährung ist am effektivsten, wenn sie in ihrer Zusammensetzung und den Mengen individuell kombiniert wird.

Was wir essen, wirkt sich aber nicht nur auf den Körper, sondern auch auf unsere Psyche aus. Auch diesbezüglich wird gewissen Ernährungsstilen wie etwa der mediterranen Küche eine gute Wirkung zugeschrieben. Vor allem Omega-3-Fettsäuren, die man in fettem Fisch, Eigelb, hochwertigem Öl, Leinsamen und Walnüssen findet, setzen das stimmungsfördernde Serotonin frei. Um diese Stoffe zu produzieren, benötigt der Körper Nährstoffe. Fehlen ihm diese, kann das zu einem Ungleichgewicht führen und Depressionen begünstigen.

In diesem Zusammenhang wird viel über das Mikrobiom, den Zustand und die Zusammensetzung unserer Darmbakterien, geforscht. Dem Darm-Mikrobiom kommen, neben der Verwertung unserer aufgenommenen Nahrung, auch andere wichtige Funktionen zu. Darunter die Synthese lebenswichtiger Vitamine, die als Energiequelle für die Darmschleimhaut dienen. Es ist zuständig, wenn es um die Entgiftung von Fremdstoffen geht, unterstützt die Verdauung und hilft bei der Verdrängung von Krankheitserregern.

Wie weit Veränderungen des Darm-Mikrobioms mit Krankheiten wie Übergewicht, Darmkrebs, Autismus oder Alzheimer in Zusammenhang stehen, wird seit wenigen Jahren erforscht. Tierversuche zeigen, dass ein verändertes oder ein ungünstiges Mikrobiom zu Angstzuständen führen kann. Und somit auch einen wichtigen Einfluss auf unsere psychische Gesundheit haben könnte. Auch wenn belegt ist, dass gewisse Lebensmittel einen positiven Einfluss auf unsere Gesundheit haben, ist Eigenverantwortung gefragt. Denn nicht jeder Mensch verträgt alle Nahrungsmittel gleich gut. Was für den einen Gold wert ist, löst bei einem anderen Bauchweh aus.

Buchtipp: Anti-Entzündungs-Ernährung gegen Rheuma, Arthrose und Gicht; Riva-Verlag


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