Östrogen für den Führer

Adolf Hitler machte die Geheimdienste der Alliierten erfinderisch. Laut einem britischen Forscher haben sie sich bizarre Methoden ausgedacht, um Nazi-Deutschland zu bekämpfen.

Die britische Forschung ist immer wieder gut für kuriose Erkenntnisse. Den jüngsten Beweis liefert Brian Ford, der an der Universität in Cardiff tätig ist. In seinem Buch «Geheime Waffen» im Zweiten Weltkrieg erzählt Ford von ausgefallenen Plänen der alliierten Geheimdienste im Kampf gegen Adolf Hitler. Wie er der britischen Zeitung «Telegraph» sagte, gab es bei den Alliierten den Geheimplan, «Östrogen in Hitlers Essen zu schmuggeln, sein Geschlecht zu verändern und ihn so weiblicher und weniger aggressiv zu machen».

Dank der heimlichen Verabreichung weiblicher Geschlechtshormone sollte der Führer seiner jüngeren Schwester Paula, die offenbar einen milden Charakter hatte, ähnlich werden. Die «Therapie» mit geruchlosem Östrogen hätte schleichend über einen längeren Zeitraum gewirkt. Damit hätten die Nazis die Aktion – wenn überhaupt – erst nach Monaten bemerkt. Gemäss Ford hatte die Wissenschaft gerade herausgefunden, welche Bedeutung Sex-Hormone haben. So seien diese in London bereits in Therapien eingesetzt worden.

Kein Giftanschlag wegen Vorkoster

In der Entourage von Hitler sollen bereits britische Spione eingeschleust gewesen sein. Dennoch versuchten diese nicht, gleich ein tödliches Gift in das Essen von Hitler zu mischen. In seinem Haushalt habe Hitler Vorkoster gehabt, erklärt der Historiker Ford. Aktionen mit schnell wirkendem Gift wären also sofort aufgeflogen. Inwiefern der Östrogen-Plan gegen Hitler tatsächlich in die Tat umgesetzt wurde, ist nicht bekannt.

Gemäss Fords Buch, das im September erscheint, entwickelten die Alliierten weitere ausgefallene Ideen, um Vorteile im Krieg gegen Nazi-Deutschland zu erringen. So wollten sie mit Flugzeugen grossflächig Klebstoff abwerfen, um deutsche Soldaten bewegungsunfähig zu machen. Ein anderer bizarrer Plan war, Obstkonservendosen, in denen Bomben versteckt waren, unter Nazi-Truppen zu verteilen.

Skurrile Entdeckungen britischer Forscher

Bei seinen Recherchen stützte sich Ford gemäss eigenen Angaben auf kürzlich freigegebene Geheimdokumente. Dennoch: Entsprechen die skurrilen Anti-Hitler-Methoden der Alliierten den Tatsachen? Der deutsche Militärhistoriker Sönke Neitzel zum Beispiel mahnt zur Vorsicht, wie die «Süddeutsche Zeitung» berichtet.

Gleichzeitig erinnert die «Süddeutsche» daran, dass Forscher in Grossbritannien immer wieder skurrile Entdeckungen machen. So sollen die Nazis in einer Kampf-Hundeschule mit Tier-Telepathie experimentiert haben («Sitz heil»). Das Ziel war, auch begabte Hunde im Krieg einzusetzen.

vin

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