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Saddam deutete Aussagen von Botschafterin als Billigung

Das offizielle Kuwait gedachte nur sehr zurückhaltend der irakischen Invasion vor 20 Jahren. Saddam hatte damals Aussagen von US-Botschafterin April Glaspie falsch interpretiert.

Am 2. August 1990 waren die Truppen des irakischen Diktators Saddam Hussein in das Öl-Emirat einmarschiert. Die kuwaitische Führung floh nach Saudiarabien. «Kuwait erinnert an die irakische Invasion am 2. August 1990, die der Beginn einer siebenmonatigen Okkupation war», hiess es in staatlichen Medien in Kuwait-Stadt am Montag.

Die englischsprachige «Kuwait Times» rief am selben Tag das Leid in Erinnerung, das die irakischen Soldaten vielen Bürgern des Landes zugefügt hatten. «Die traumatischen Erfahrungen von damals peinigen immer noch viele von jenen, die alt genug sind, um sich an das Geschehene zu erinnern», hiess es dort.

Zerstörte Kulturdenkmale

Willkürliche Tötungen und Verhaftungen, Misshandlungen und Folter waren häufig. Irakische Soldaten plünderten öffentliches und privates Gut und zerstörten Kulturdenkmäler.

Saddam Hussein hatte nach einem Grenzstreit den Einmarsch in das Nachbarland angeordnet. Beim Disput ging es um den Grenzverlauf im ölreichen gemeinsamen Grenzgebiet.

Saddam glaubte sich im Recht

Schliesslich beanspruchte der Diktator ganz Kuwait für den Irak. Das Emirat sei als ehemalige irakische Provinz seinerzeit von der Kolonialmacht Grossbritannien willkürlich vom Irak abgetrennt worden, behauptete er.

Zugleich deutete Saddam vage gehaltene Aussagen der US-Botschafterin April Glaspie als Zeichen der Tolerierung seiner Invasionspläne durch die westliche Grossmacht. Die internationale Gemeinschaft billigte allerdings den Überfall auf Kuwait und seine Okkupation durch den Irak nicht.

Der Uno-Sicherheitsrat gab grünes Licht für einen grossangelegten, US-geführten Militäreinsatz gegen den Irak. Die Operation, die am 17. Januar 1991 mit schweren Bombardierungen begann, zwang die irakischen Truppen zum Rückzug aus Kuwait. Am 25. Februar 1991 wurde das Emirat für befreit erklärt.

Annäherung nach US-Einmarsch

Erst nach dem Einmarsch US-geführter Truppen in den Irak im Frühjahr 2003 näherten sich die Nachbarstaaten Kuwait und Irak allmählich wieder an. 2008 entsandte Kuwait erstmals seit 1990 wieder einen Botschafter nach Bagdad.

Saddam Hussein flüchtete nach dem US-Einmarsch 2003 und wurde Ende des selben Jahres von US-Truppen in seinem Versteck aufgespürt und gefangen genommen. Ende 2006 wurde er nach einem umstrittenen Verfahren vor einem irakischen Sondergericht gehängt.

SDA/mrs

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