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Prozess um SS-Massaker wird eingestellt

Im Zweiten Weltkrieg töteten deutsche SS-Soldaten im italienischen Dorf Sant' Anna di Stazzema über 500 Zivilisten. Die aufwändigen Ermittlungen mussten nun eigestellt werden – mangels Beweisen.

Eine Aufarbeitung vor Gericht ist gescheitert: Statue zum Gedenken an das Massaker von Sant' Anna di Stazzema.
Eine Aufarbeitung vor Gericht ist gescheitert: Statue zum Gedenken an das Massaker von Sant' Anna di Stazzema.
Keystone

Das Ermittlungsverfahren zu einem von der SS im Zweiten Weltkrieg in Italien verübten Massaker mit bis zu 560 Toten wird eingestellt. Es könne nicht mit ausreichender Sicherheit nachgewiesen werden, dass es sich bei dem Massaker der Panzergrenadierdivision «Reichsführer SS» am 12. August 1944 im italienischen Dorf Sant' Anna di Stazzema um eine «befohlene Vernichtungsaktion gegen die Zivilbevölkerung gehandelt» habe, teilte die Staatsanwaltschaft Stuttgart heute mit.

Die Behörde hatte gegen acht noch lebende Beschuldigte ermittelt, weil die vor knapp 70 Jahren begangenen Taten noch nicht verjährt sind. Damals hatten die SS-Soldaten in dem Bergdorf nach Angaben italienischer Behörden 560 Zivilisten womöglich als Vergeltung wegen Partisanenangriffen getötet. Darunter waren mindestens 107 Kinder im Alter bis zu 14 Jahren und 29 Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren.

Laut Staatsanwaltschaft besteht den Ermittlungen zufolge auch die Möglichkeit, dass der Einsatz dazu dienen sollte, arbeitsfähige Männer nach Deutschland zu verschleppen und die Erschiessung der Zivilbevölkerung erst befohlen wurde, als dieses Ziel nicht erreicht werden konnte. Damit sei es aber nicht möglich, eine Mordanklage der mutmasslichen Täter mit der «blossen Teilnahme an dem Einsatz» zu begründen. Jedem einzelnen Angeschuldigten müsse vielmehr seine Beteiligung am Massaker individuell nachgewiesen werden. Die sei bei keinem der Verdächtigen gelungen.

AFP/mrs

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