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Ist von Braun doch nicht Vater der V2-Rakete?

Wernher von Braun ist als Pionier der Raketentechnik und Raumfahrt in die Geschichte eingegangen. Neue Archivfunde relativieren dessen Rolle bei der Entwicklung der berüchtigten Vergeltungswaffe 2 der Nazis.

In Peenemünde im heutigen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern hatte Adolf Hitler die Flugbombe V1 entwickeln lassen, aber auch die Boden-Boden-Rakete V2. Das V steht für Vergeltungswaffe. Die berüchtigte Rakete der Nazis ist auch als A4 bekannt. In der Heeresversuchsanstalt in Peenemünde war auch Wernher von Braun (1912- 1977) tätig gewesen, der nach dem Zweiten Weltkrieg - im Dienste der USA - als Raumfahrtpionier Weltruhm erlangte.

Von Brauns Name, der als Kriegsgefangener in die USA gelangt war, ist mit der Mondlandung verbunden. Er gilt als geistiger Vater der Riesenrakete Saturn V, mit der die Amerikaner ab 1969 auf den Mond flogen.

Dokumente eines Forscherkollegen

Gemäss bisheriger Geschichtsschreibung hatte von Braun bis 1945 auch die Entwicklung der V2-Waffen verantwortet. Das wird nun durch einen Archivfund in Frage gestellt: «Wernher von Braun soll V2 nicht gebaut haben», schreibt die «Welt». Bei den neu entdeckten Dokumenten handelt es sich um den Nachlass des Wissenschaftlers Paul Schröder.

Schröder, auch er ein Raketenforscher, berichtet, dass «Wernher von Braun nach eigenen Misserfolgen bis zur Fertigstellung der Rakete A4 - die als V2 bekannt wurde - von jeglicher Planung ausgeschlossen» gewesen sei. Gemäss Medienberichten entdeckte eine Forscherin der Brandenburgischen Technischen Universität in Cottbus den Nachlass von Schröder, der offenbar zu den wenigen Personen gehörte, die frühzeitig Kritik an der Führungsrolle von Brauns in der Raketenentwicklung übten. Schröder war in den Anfangsjahren der Heeresversuchsanstalt neben von Braun als Abteilungsleiter «massgeblich» an der Entwicklung von Raketenwaffen beteiligt.

Führender Raketenexperte - trotz Kritik

Die Kritik an von Braun äusserte Schröder in den 50er Jahren zu Handen der amerikanischen Behörden. Gemäss eigenen Aussagen wollte Schröder auf «diverse Inkompetenzen» des ehemaligen Technischen Direktors im Forschungszentrum Peenemünde aufmerksam machen. Seiner Ansicht nach behinderte von Braun die Weiterentwicklung der Raketentechnologie in den USA. Sowohl von Braun als auch Schröder arbeiteten nach dem Zweiten Weltkrieg in den USA.

Im Gegensatz zu Schröder machte von Braun eine steile Karriere in den USA. Als führender Raketenexperte der Raumfahrtbehörde Nasa war von Braun eine entscheidende Figur für die Mondflüge der Amerikaner. Wegen seiner Nähe zu den Nationalsozialisten war von Braun eine umstrittene Person.

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