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Diese Beilklinge ist der älteste Metallfund der Schweiz

Archäologen konnten eine vor fast 100 Jahren gefundene Kupferklinge datieren. Sie wurde wohl importiert, denn in der Schweiz bearbeiteten die Menschen Metalle erst etwa 200 Jahre später.

Damals wahrscheinlich ein Schmuckstück und Statussymbol: Die Axt von Horw. (Bild: Kantonsarchäologie Luzern)
Damals wahrscheinlich ein Schmuckstück und Statussymbol: Die Axt von Horw. (Bild: Kantonsarchäologie Luzern)

Eine 1920 in der Luzerner Gemeinde Horw gefundene Beilklinge aus Kupfer ist rund 6000 Jahre alt. Damit ist sie die älteste ihrer Art in der Schweiz. Dies haben wissenschaftliche Untersuchungen der Luzerner Kantonsarchäologie ergeben.

Archäologen datierten das bei Grabarbeiten in Horw entdeckte Fundstück in die Zeit um 4000 vor Christus, wie die Luzerner Kantonsarchäologie am Freitag mitteilte. Von der Form her identische Funde aus Ost- und Nordeuropa würden zeigen, dass das Exemplar wohl importiert wurde.

Kupfer aus den Ostalpen

Gemäss naturwissenschaftlicher Analysen stamme das Kupfer wahrscheinlich aus einer Mine in den Ostalpen im heutigen Gebiet von Österreich und Slowenien. In der Schweiz hätten die jungsteinzeitlichen Menschen erst ab 3800 vor Christus begonnen, Gegenstände aus Kupfer selber herzustellen, heisst es in der Mitteilung weiter.

Die Beilklinge, knapp so gross wie ein Kugelschreiber, hat inzwischen Grünspan angesetzt. Doch die Axt sei überhaupt nicht abgenutzt, sagte Ebbe Nielsen, stellvertretender Luzerner Kantonsarchäologe, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Mit dem damaligen Goldschimmer habe es sich beim Beil mutmasslich um ein Schmuckstück und Statussymbol gehandelt.

Das Kupferbeil lagerte während Jahrzehnten im Archiv. Archäologe Ebbe Nielsen entdeckte es per Zufall wieder und führte anschliessend mehrere Analysen durch. Am 8. Juni wird das Kupferbeil an einer Ausstellung in der Luzerner Pfahlbausiedlung Wauwil erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

SDA/rub

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