Zum Hauptinhalt springen

Archäologen entdecken 1500 Jahre altes Maya-Relief

Im Norden von Guatemala stiessen Wissenschaftler auf eine spektakuläre Steinmetzarbeit. Acht Meter lang und zwei Meter hoch ist die Abbildung von drei Figuren.

«Aussergewöhnlicher Fund»: Archäologin bearbeitet Maya-Relief. (7. August 2013)
«Aussergewöhnlicher Fund»: Archäologin bearbeitet Maya-Relief. (7. August 2013)
Keystone

Wissenschaftler haben in einer Ruinenstadt im Department Petén im Norden von Guatemala ein rund 1500 Jahre altes Maya-Relief entdeckt. Es ist Zeitzeuge einer einst mächtigen Metropole. Es erzählt von göttlichen Herrschern – und vom Kampf um die Vorherrschaft der Region.

Dabei handle es sich um den bislang spektakulärsten Fund in der Region, sagte der Archäologe Francisco Estrada-Belli bei der Präsentation der Entdeckung. «Das ist aussergewöhnlich, das gibt es nur einmal im Leben eines Archäologen.»

Die acht Meter lange und zwei Meter hohe Steinmetzarbeit erhebt sich in 10 Metern Höhe über dem Platz der Stätte und wurde zusammen mit den Überresten einer Pyramide aus dem Jahr 600 nach Christus gefunden. Das Relief zeige drei Personen, geschmückt mit Federn des Quetzal und Jade - Insignien höchsten gesellschaftlichen Ranges in der damaligen Maya-Kultur.

Blitz betrat den Himmel

Nach Aussage der Forscher sind Götter und göttliche Herrscher abgebildet, über deren Figuren sich eine als «Himmelsband» bekannte Reihe von Sternzeichen entlangzieht.

Die Figur in der Mitte identifizierten die Forscher mit Hilfe der Inschriften in seinem Kopfschmuck als Och Chan Yopaat - übersetzt etwa «Der Blitz betrat den Himmel». Die Figuren thronen auf den Köpfen von Ungetümen, die in der naturverbundenen Religion für Berge stehen. Unter dem gesamten Relief verlaufe eine Bordüre aus 30 Schriftzeichen, berichteten die Wissenschaftler. Auch die Pyramide sei mit Bildern von Herrschern und Göttern verziert.

Von Südmexiko über Guatemala

Zudem liessen Inschriften darauf schliessen, dass die Stadt in kriegerischem Konflikt zu dem rund 35 Kilometer Tikal stand, der Hauptstadt eines der mächtigsten der damaligen Maya-Reiche. In der bislang wenig erforschten Ausgrabungsstätte Holmul seien zudem die Überreste einer Pyramide aus dem Jahr 600 nach Christus entdeckt worden, sagte Estrada-Belli.

Die Maya-Königreiche erstreckten sich von Südmexiko über Guatemala und Belize bis nach Honduras, wo ihre Nachfahren weiterhin leben. Die Städte und Tempelanlagen der klassischen Periode wurden aber noch vor der Jahrtausendwende aufgegeben.

Die im Dschungel teils freigelegten Ruinen von Tikal (Guatemala), Copán (Honduras) oder Palenque (Mexiko) sind heute Touristenmagneten. Manche andere Maya-Stätten sind bisher praktisch kaum erschlossen.

SDA/chk

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch