Die Schweiz punktet mit ihrer Klimapolitik

Die Schweiz belegt in einem internationalen Ländervergleich zum Klimaschutz den achten Rang. Gar nicht erst vergeben wurden die ersten drei Plätze.

Im Kampf gegen den Klimawandel belegt die Schweiz in einem internationalen Vergleich den achten Rang. Ihren vergleichsweise guten Platz verdankt sie vor allem sinkenden Emissionen in der Gebäudeheizung und ihrer Klimapolitik. Dies geht aus dem von der Entwicklungsorganisation Germanwatch und dem Climate Action Network Europe (Cane) erstellten Klimaschutz-Index 2014 hervor. Dieser wurde heute an der UNO-Klimakonferenz in Warschau vorgestellt. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Schweiz zwei Plätze verloren. Verbesserungspotenzial besteht laut dem Bericht vor allem bei den Emissionen aus dem Luftverkehr oder der Förderung von erneuerbaren Energien.

Die für den Index verwendete Bewertungsmethode liefert nur relative und nicht absolute Bewertungen. Es lässt sich damit einzig ausdrücken, ob ein Land besser oder schlechter abschneidet als ein anderes. Keines der untersuchten Länder unternimmt genug, um das im Rahmen der UNO-Konvention beschlossene Zwei-Grad-Ziel zu erreichen. Um dies zu verdeutlichen, sind die ersten drei Plätze im diesjährigen Ranking wie auch schon im letzten Jahr nicht besetzt.

Spitzenreiter Dänemark

An vierter und so gesehen erster Stelle befindet sich erneut Dänemark, gefolgt von Grossbritannien und Portugal. Die Spitzenplatzierung von Dänemark ist vor allem auf seine vergleichsweise vorbildliche Klimapolitik zurückzuführen. Das Schlusslicht bildet gleich wie im letzten Jahr Saudiarabien. Ebenfalls im hinteren Drittel finden sich die zwei grössten Emittenten USA und China. Von den Industrienationen schneiden Kanada und Australien am schlechtesten ab. Insbesondere der Regierungswechsel in Australien und die damit einhergehende Verschlechterung in der Klimaschutzpolitik haben zu diesem Ergebnis beigetragen.

Auch wenn die weltweiten Emissionen einen neuen Höhepunkt erreichen, sieht Jan Burck von Germanwatch, der Hauptautor des Index, Grund zu vorsichtigem Optimismus. «Wir sehen, dass sich der globale CO2-Emissionsanstieg verlangsamt», äusserte er sich am Rande des Weltklimagipfels in Warschau. Ein Grund dafür liegt im entschleunigten Anstieg der Emissionen in China. Dennoch seien weitere Anstrengungen nötig, um die gesetzten Klimaziele zu erreichen.

Und so funktioniert der Index: Bewertet werden 15 Indikatoren aus den fünf Gruppen Emissionsniveau, Entwicklung der Emissionen, erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Politikmassnahmen. Für jeden Indikator werden Werte zwischen 0 und 100 verteilt, wobei 100 der besten Leistung aller verglichenen Länder für den jeweiligen Indikator entspricht. Jeder Indikator ist darüber hinaus mit einer Gewichtung zwischen null und eins versehen, wobei die Summe aller Gewichte eins ergibt. Die Höhe der Gewichtung spiegelt die Bedeutung des Indikators für den Klimaschutz wider. Als besonders bedeutsam gewichten die Autoren des Berichts beispielsweise die Höhe der Emissionen aus der Wärme- und Stromproduktion oder die Politikmassnahmen. Die Gesamtbewertung für jedes Land ergibt sich anschliessend aus der Summe der Multiplikation der Bewertung jedes einzelnen Indikators mit seinem Gewicht.

baz.ch/Newsnet

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