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Zehn Legastheniker, die es geschafft haben

Vom Nobelpreisträger Jacques Dubochet bis zum Apple-Gründer Steve Jobs – wie ihre Lernschwäche sie erfolgreich gemacht hat.

Irena Jurinak
«Wir sind nicht dümmer als die anderen»: Jacques Dubochet war 14 Jahre alt, als bei ihm Dyslexie diagnostiziert wurde – der erste Fall im Kanton Waadt. Der studierte Biologe und Professor an der Universität Lausanne erhielt diese Woche den Nobelpreis in Chemie. (5. Oktober 2017)
«Wir sind nicht dümmer als die anderen»: Jacques Dubochet war 14 Jahre alt, als bei ihm Dyslexie diagnostiziert wurde – der erste Fall im Kanton Waadt. Der studierte Biologe und Professor an der Universität Lausanne erhielt diese Woche den Nobelpreis in Chemie. (5. Oktober 2017)
Laurent Gillieron, Keystone
Schnitt in Prüfungen schlecht ab: Der britische Milliardär Richard Branson an einem Business-Forum in Helsinki, Finnland. (2. Oktober 2017)
Schnitt in Prüfungen schlecht ab: Der britische Milliardär Richard Branson an einem Business-Forum in Helsinki, Finnland. (2. Oktober 2017)
Kimmo Brandt, EPA, Keystone
Eine Eselsbrücke als Firmenname: IKEA setzt sich aus den Anfangsbuchstaben des Gründers Ingvar Kamprad (91), der Familienfarm Elmtaryd sowie seinem Heimatdorf Agunnaryd zusammen. Seine Leseschwäche soll der Grund für die Namensgebung der Möbel sein.
Eine Eselsbrücke als Firmenname: IKEA setzt sich aus den Anfangsbuchstaben des Gründers Ingvar Kamprad (91), der Familienfarm Elmtaryd sowie seinem Heimatdorf Agunnaryd zusammen. Seine Leseschwäche soll der Grund für die Namensgebung der Möbel sein.
Inter Ikea Systems B.V., EPA, Keystone
Brachte sein Antitalent für Fremdsprachen mit seiner Dyslexie in Verbindung: Der Porsche-Enkel und VW-Patriarch Ferdinand Piech besuchte das Lyceum Alpinium Zuoz und studierte an der ETH Zürich Maschinenbau. (25. April 2013)
Brachte sein Antitalent für Fremdsprachen mit seiner Dyslexie in Verbindung: Der Porsche-Enkel und VW-Patriarch Ferdinand Piech besuchte das Lyceum Alpinium Zuoz und studierte an der ETH Zürich Maschinenbau. (25. April 2013)
Jochen Luebke, Keystone
«Ich dachte, ich wäre nicht schlau»: Hollywoodstar Jennifer Aniston litt unter ihrer nicht diagnostizierten Legasthenie, wie sie Anfang 2015 in einem Interview erklärte. (23. Juni 2014)
«Ich dachte, ich wäre nicht schlau»: Hollywoodstar Jennifer Aniston litt unter ihrer nicht diagnostizierten Legasthenie, wie sie Anfang 2015 in einem Interview erklärte. (23. Juni 2014)
Andrew Kelly, Reuters
Hat keinen Schulabschluss: Popstar Robbie Williams gehört zu den erfolgreichsten Solokünstlern in Grossbritannien mit weltweit über 77 Millionen verkauften Tonträgern. (21. November 2016)
Hat keinen Schulabschluss: Popstar Robbie Williams gehört zu den erfolgreichsten Solokünstlern in Grossbritannien mit weltweit über 77 Millionen verkauften Tonträgern. (21. November 2016)
Davie Moir, EPA, Keystone
Filmgenie: Regisseur Quentin Tarantino brach mit 15 die Schule ab und wurde Schauspieler. (5. Januar 2016)
Filmgenie: Regisseur Quentin Tarantino brach mit 15 die Schule ab und wurde Schauspieler. (5. Januar 2016)
Rich Fury,Invision,AP, Keystone
Begehrte Trophäe: Auch US-Autor John Irving hatte grosse Schwierigkeiten in der Schule, wusste aber früh, dass er schreiben wollte. Er studierte Literatur und veröffentlichte 1968 sein erstes Buch. Im Jahr 2000 gewann er für das Drehbuch zu seinem Roman «Gottes Werk und Teufels Beitrag» einen Oscar. (27. März 2000)
Begehrte Trophäe: Auch US-Autor John Irving hatte grosse Schwierigkeiten in der Schule, wusste aber früh, dass er schreiben wollte. Er studierte Literatur und veröffentlichte 1968 sein erstes Buch. Im Jahr 2000 gewann er für das Drehbuch zu seinem Roman «Gottes Werk und Teufels Beitrag» einen Oscar. (27. März 2000)
Mike Blake, Reuters
Schreibt heute Kochbücher: Der britische Fernsehkoch Jamie Oliver an einer Diskussion am WEF in Davos. (18. Januar 2017)
Schreibt heute Kochbücher: Der britische Fernsehkoch Jamie Oliver an einer Diskussion am WEF in Davos. (18. Januar 2017)
Laurent Gillieron, Keystone
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Sie waren schlecht in der Schule und haben es trotzdem an die Spitze geschafft: Popstar Robbie Williams, Ikea-Gründer Ingvar Kamprad und der Schweizer Nobelpreisträger Jacques Dubochet. Sie alle sind Legastheniker. Und sie sind nicht trotz, sondern wegen ihrer Lernschwäche so erfolgreich, glaubt die britische Wirtschaftswissenschaftlerin Julie Logan.

Sie hat in einer Stichprobe herausgefunden, dass sich unter Unternehmern in Grossbritannien und den USA bis zu dreieinhalbmal so viele Legastheniker befinden wie in der Gesamtbevölkerung. Unter den von ihr befragten 139 US-Unternehmern hatten 35 Prozent die Diagnose Dyslexie erhalten. Experten gehen davon aus, dass 10 Prozent der Amerikaner an der Lernschwäche leiden.

Die Professorin der Cass Business School in London verglich die Eigenschaften und frühen Erfahrungen von Unternehmern mit und ohne Dyslexie. Ihre Erklärung für den Erfolg von Legasthenikern: Wenn diese die Schule hinter sich haben, haben sie gelernt, mit ihrer Schwäche umzugehen und sie zu kompensieren. Sie können mündlich besser präsentieren, besser Aufgaben delegieren und suchen kreative Lösungswege – wichtige Eigenschaften, um als Unternehmer Erfolg zu haben.

Kompensierende Eigenschaften

«Wir haben herausgefunden, dass erfolgreiche Legastheniker viel in ihrem Leben bewältigt haben, indem sie kompensierende Eigenschaften entwickelt haben», so Logan in der «New York Times». «Wenn jemand sagt, er wolle ein Unternehmen gründen, wird er von seinen Freunden meist hören ‹Das wird nicht klappen, das funktioniert nicht›. Aber Legastheniker sind ausserordentlich kreativ darin, Probleme zu lösen.» Was erklärt, warum Legastheniker nicht nur erfolgreiche Unternehmer sind, sondern auch gute Wissenschaftler.

Nobelpreisträger Jacques Dubochet war 14 Jahre alt, als bei ihm Dyslexie diagnostiziert wurde. «Das erlaubte mir, schlecht in allem zu sein und Leute mit Schwierigkeiten zu verstehen», sagt er heute dazu. Der studierte Biologe und Professor der Universität Lausanne erhielt den Nobelpreis für seine Forschung zur Kryoelektronenmikroskopie.

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