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«A Beautiful Mind»-Mathematiker John Nash ist tot

Er galt als Genie, zeitweise kämpfte er mit den dunklen Schatten des Wahns: US-Nobelpreisträger John Nash gilt als Urheber einer der wichtigsten Ideen des 20. Jahrhunderts. Nun stirbt er bei einem Autounfall.

Er und seine Frau sind tödlich verunglückt: John Nash bei der Zeremonie des Abelpreises. (19.05.2015)
Er und seine Frau sind tödlich verunglückt: John Nash bei der Zeremonie des Abelpreises. (19.05.2015)
Haakon Mosvold Larsen, AFP

Seine Forschungen zur Spieltheorie brachten ihm den Nobelpreis ein, der Hollywood-Film «A Beautiful Mind» machten ihn und seinen Kampf mit einer psychischen Erkrankung einem breiten Publikum bekannt – nun ist der US-Mathematiker John Forbes Nash im Alter von 86 Jahren bei einem Autounfall gestorben.

In «A Beautiful Mind» wurde Nashs Lebensgeschichte skizziert.

Mit ihm starb seine Frau Alicia, als der Fahrer ihres Taxis am Wochenende im US-Bundesstaat New Jersey die Kontrolle über den Wagen verlor. Bei dem Unfall am Samstag in der Nähe der Ortschaft Monroe seien die Fahrgäste des Taxis herausgeschleudert worden, sagte Polizeisprecher Gregory Williams der Nachrichtenagentur AFP. Dabei seien Nash und seine 82-jährige Frau ums Leben gekommen. US-Medien berichteten, Nash und seine Frau seien zum Zeitpunkt des Unfalls womöglich nicht angeschnallt gewesen.

Der Taxifahrer verlor laut Polizei bei einem Überholmanöver die Kontrolle über das Fahrzeug, das daraufhin gegen eine Leitplanke und ein anderes Fahrzeug prallte. Der Fahrer wurde mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht, schwebte aber nicht in Lebensgefahr. Ein Insasse des anderen Wagen wurde mit Nacken- und Rückenschmerzen ins Krankenhaus gebracht.

«Wahnhaften Gedanken»

Nash forschte an der Princeton University und am Massachusetts Institute of Technology (MIT). 1994 wurde er für seine Forschungen zur Spieltheorie zusammen mit dem US-Ökonom John Harsanyi und dem deutschen Reinhard Selten mit dem Wirtschaftsnobelpreis ausgezeichnet. Zuvor hatte er drei Jahrzehnte lang unter schwerer Schizophrenie gelitten.

Die 1959 ausgebrochene Krankheit hatte nicht nur seine Wissenschaftskarriere gefährdet, sondern auch seine Beziehung zu der MIT-Physikerin Alicia, die er 1957 geheiratet hatte und mit der er nach einem ersten Sohn mit einer anderen Frau einen weiteren Sohn bekam.. Das Paar liess sich Anfang der 60er Jahre scheiden, erst 2001 heirateten die beiden erneut.

In einer Schilderung seines Lebens schrieb Nash einmal: «Es kam vor, wenn ich lang genug im Krankenhaus gewesen war dass ich letztlich meine wahnhaften Gedanken aufgab und dazu überging, mich mir als ein konventionelleres menschliches Wesen vorzustellen und zur mathematischen Forschung zurückzukehren.»

In «A Beautiful Mind – Genie und Wahnsinn» spielte Russel Crowe den genialen Mathematiker. Über den Tod von Nash äusserte sich Crowe «fassungslos». John und Alicia Nahs hätten eine «erstaunliche Partnerschaft» geführt, schrieb der Hollywood-Star im Kurznachrichtendienst Twitter.

Der Regisseur Ron Howard, der für die «A Beautiful Mind» 2002 den Oscar gewonnen hatte, erklärte via Twitter, es sei eine «Ehre» gewesen, einen Teil der Geschichte des Paars zu erzählen. Das Drama war mit insgesamt vier Oscars ausgezeichnet worden, unter anderem als bester Film.

Erst kürzlich war Nash in Norwegen zusammen mit seinem Kollegen Louis Nirenberg der renommierte Abel-Preis verliehen worden. Der Sohn eines Ingenieurs hatte zunächst Chemie studiert und sich dann der Mathematik zugewandt. Nashs 1950 veröffentlichte nicht-kooperative Spieltheorie besagt, dass es immer ein Gleichgewicht zwischen den Akteuren in Entscheidungssituationen gibt, weil niemand allein seine Strategie verändern kann, ohne seinen Ertrag zu mindern («Nash-Gleichgewicht»).

AFP/rsz/bru

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