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Explodierende ArbeitslosenzahlenWirtschaftsverbände fordern Lockerungen

Bundesrat Alain Berset hält einen baldigen Ausstieg aus dem Stillstand für unrealistisch. Derweil fordern Wirtschaftsvertreter Strategien für eine schrittweise Öffnung.

Geschlossen: Die Wirtschaftsverbände fordern vom Bundesrat Szenarien für eine schrittweise Öffnung der Wirtschaft.
Geschlossen: Die Wirtschaftsverbände fordern vom Bundesrat Szenarien für eine schrittweise Öffnung der Wirtschaft.
Keystone/Peter Klaunzer
Viele kleinere Geschäfte in der Schweiz fürchten um ihre Existenz.
Viele kleinere Geschäfte in der Schweiz fürchten um ihre Existenz.
Keystone/Alexandra wey
Viele Geschäfte müssen geschlossen bleiben.
Viele Geschäfte müssen geschlossen bleiben.
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Am Mittwoch will sich der Bundesrat ein erstes Mal über die Möglichkeiten eines Exit unterhalten. Aber Gesundheitsminister Alain Berset sieht den Zeitpunkt für einen Exit-Entscheid noch nicht gekommen. «Im Moment scheint es illusorisch, dass wir auf den 20. April viel ändern können», sagte Beset in einem Interview mit der «Sonntagszeitung».

«Erst wenn die Zahlen der Infizierten und der Spitaleintritte eindeutig sinken, können wir an Lockerungen denken.» Die Erfahrung zeige, wer zu früh nachlasse, verlängere die Krise. Der Gesundheitsminister will gar noch härtere Massnahmen bis zu einer Ausgangssperre über Ostern nicht ausschliessen, wenn die Disziplin der Bevölkerung nachlasse.

Explodierende Arbeitslosenzahlen

Hinter den Kulissen wird derweil fieberhaft darum gerungen, wie die Wirtschaft schrittweise geöffnet werden kann. Die Präsidenten des Arbeitgeberverbands, des Industrieverbands Swissmem und des Gewerkschaftsbundes fordern den Bundesrat unisono dazu auf, Szenarien zu präsentieren.

Grund sind die explodierenden Arbeitslosenzahlen. «Der Bundesrat muss jetzt eine Strategie entwickeln, bei der auch die wirtschaftlichen und die gesellschaftlichen Risiken eine Rolle spielen», sagte Pierre-Yves Maillard, Präsident des Gewerkschaftsbundes.

Gössi will Schulbetrieb wieder aufnehmen

FDP-Präsidentin Petra Gössi fordert, dass alle Geschäfte wieder öffnen sollen, die die Sicherheitsmassnahmen des Bundesamts für Gesundheit einhalten können: den Abstand von zwei Metern für alle Personen im Laden und sämtliche Hygienevorschriften.

«Wenn wir das nicht machen, setzen wir das Verständnis für die Massnahmen des Bundesrats unnötig aufs Spiel», erklärte Gössi in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag».

Ausserdem sorgt sich die Freisinnige um die Chancengleichheit der Kinder und Jugendlichen. «Ich fordere, dass die Volksschulen insbesondere auf der Unter- und Mittelstufe nach den Frühlingsferien ihren Betrieb wieder aufnehmen.» (scl/sda)