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Zürcher Citron will wegen Problemen in Frankreich Kapital erhöhen

Mit einer Kapitalerhöhung will die Zürcher Recylingfirma Citron Probleme mit einem Schlacke-Berg im französischen Le Havre lösen.

Um die Klassierung der Rückstände herrscht ein Streit. Die französischen Behörden fordern eine Garantiesumme für die Entsorgung. Der Verwaltungsrat von Citron will bedingtes Kapital in der Höhe von maximal 5,76 Mio. Fr. schaffen, wie der Einladung für die Generalversammlung des Unternehmens vom Dienstag zu entnehmen ist. Es sollen bis zu 144'000 Inhaberaktien zu einem Nennwert von maximal 40 Franken geschaffen werden. Die Kapitalerhöhung erfolgt vor dem Hintergrund eines Liquiditätsengpasses bei Citron, wie die «Basler Zeitung» am Montag berichtete. Das Unternehmen mit rund 120 Mitarbeitenden ist an der Berner Börse kotiert. In die brenzlige Lage geriet das Reyclingunternehmen, als französische Behörden im August eine Garantiesumme über 3,5 Mio. Euro (rund 4,8 Mio. Fr.) für die Entsorgung gelagerter Schlacke verlangten. Weil Citron die Forderung bisher nicht begleichen konnte, wurde in Frankreich ein «redressement judiciaire» eröffnet, eine Art Gläubigerschutz. Produkt oder Abfall Hintergrund der Forderung ist ein Pulverberg, der sich auf dem Werkgelände von Citron in Le Havre türmt. Um die Klassierung der Schlacke, die bei der Verwertung von Schwermetall-Abfällen anfällt, herrscht ein Streit. Früher konnte Citron das Granulat verkaufen, wie Geschäftsführerin Inès Bub auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte. Doch vor rund drei Jahren klassierten die französischen Behörden das feine schwarze Pulver um: Seither gilt es nicht mehr als «Produkt», sondern als «verwerteter Abfall» und dafür werden Abgaben fällig. «Die Spielregeln wurden plötzlich geändert», sagte Bub. Durch die Umklassierung musste Citron Abgaben in Millionenhöhe bezahlen und das Granulat verlor im Verkauf an Wert. Weil die Preise wegen der Krise sanken und die Kosten stiegen, lagerte Citron einen Teil der anfallenden Schlacke auf ihrem Gelände in Le Havre. Nun stellt Citron eine höherwertige Schlacke her, die auch im Strassenbau verwendet werden kann. Damit soll das Material wieder als «Produkt» gelten und die Abgabe hinfällig werden. «Seit rund drei Jahren liegt beim zuständigen Ministerium in Paris das Gesuch um Zulassung», sagte Bub. Bisher habe sich wenig getan, ausser mehrmaligen Forderungen nach weiteren Nachweisen. In einem Communiqué spricht die Firma von «politischen Problemen».

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