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Zahl der Geldwäscherei-Verdachtsfälle auf neuem Höchstwert

Wiesbaden Deutschen Behörden sind im vergangenen Jahr so viele Geldwäscherei-Verdachtsfälle angezeigt worden wie nie zuvor seit Inkrafttreten des entsprechenden Gesetzes vor acht Jahren.

Die Zahl stieg im Vergleich zum Vorjahr 2009 um rund 22 Prozent auf 11'042. Dies teilten das Bundeskriminalamt (BKA) und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) am Freitag in Wiesbaden mit. Nach Angaben von BKA-Chef Jörg Ziercke war das der höchste Stand an gemeldeten Verdachtsfällen nach den Vorgaben des Geldwäschegesetzes (GWG), das seit 1993 gilt. Werden auch Meldungen nach anderen Vorschriften wie der Abgabenordnung dazugerechnet, erhielten die Behörden 2010 gar 14'000 Hinweise. Zunehmende Sensibilisierung Hauptursache für die Zunahme der Verdachtsfälle ist nach Darstellung von BKA und Bafin eine zunehmende «Sensibilisierung» von Banken, Versicherungen und anderen Finanzunternehmen, Verdachtsfälle gemäss der Vorgaben des GWG zu melden. Das Gesetz soll verhindern, dass Einnahmen aus kriminellen Aktivitäten oder zur Finanzierung von Terroristen vorgesehenes Geld «gewaschen» und in den legalen Kreislauf eingespeist wird, wo sein Weg nicht mehr nachvollzogen werden kann. Den Angaben zufolge liess sich bei weniger als der Hälfte der Fälle (44 Prozent) später der Verdacht einer Straftat erhärten. Der grösste Teil der tatsächlichen Straftaten entfiel dabei mit einem Drittel (33 Prozent) auf Betrugsdelikte. Verknüpfungen zum Terrorismus gab es nach den Zahlen, die auf dem Jahresbericht der sogenannten Financial Intelligence Unit (FIU) des BKA beruhen, nur bei einem verschwindend geringen Anteil: bei 124 Verdachtsanzeigen, von denen am Ende nur neun zur Einleitung von Ermittlungsverfahren führten. Problem der Finanzagenten Ein wachsendes Problem sind sogenannte Finanzagenten - Privatpersonen, die sich anwerben lassen, um ihre Konten für Geldwäschereiaktionen zur Verfügung zu stellen. Laut BKA und Bafin leiten diese regelmässig Geld gegen Provision an Hinterleute im Ausland oder auch an andere «Finanzagenten» weiter, um dessen Herkunft zu verschleiern. 2010 standen 3086 Verdachtsmeldungen, also mehr als ein Viertel, im Zusammenhang mit Finanzagenten. Das war ein Anstieg der Zahl um nahezu ein Drittel (29 Prozent) gegenüber dem Vorjahr.

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