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«Wir werden überrannt»

Ethanol trifft in der Schweiz zwar in genügendem Mengen ein. Vielfach ist es aber es ist nur für Benzin geeignet und nicht für Desinfektionsmittel.

Kurt Tschan
Ein Tankschiff trifft im Auhafen Muttenz ein. Im Hintergrund sind Tanksilos zu sehen.
Ein Tankschiff trifft im Auhafen Muttenz ein. Im Hintergrund sind Tanksilos zu sehen.

Die Verfügbarkeit sei angespannt, es gebe aber keine Abfüllprobleme, sagt der Geschäftsführer von Alcosuisse in Delsberg, Florian Krebs. Alcosuisse ist der wichtigste Schweizer Ethanollieferant. Jährlich verkauft er in 50 verschiedenen Qualitäten eine halbe Million Hektoliter an seine Kunden.

Vor der Corona-Krise waren es rund 2000. Inzwischen wird das Unternehmen, das zur Thommen-Furler AG im bernischen Rüti gehört, von Neukunden aber förmlich überrannt. «Wir befinden uns voll im Krisenmodus», sagt er, «und arbeiten sieben Tage die Woche durch.» Jeder und jede verlange nach Ethanol, um selbst Desinfektionsmittel herstellen zu können. Dazu gehören nicht nur Private oder Schnapsbrenner, sondern auch Spitäler. Die Angst vor Wildwuchs bei der Ethanolherstellung wächst. «Hier rollt eine Welle heran, die das System kaputt macht», warnt Krebs. Bei Ethanol handle es sich um eine endliche Ressource. Deshalb setzt Alcosuisse bei den Bestellungen Prioritäten. Es gelte die Grundversorgung sicherzustellen, sagt er. Und dies sei weiterhin der Fall. «Wir müssen stündlich entscheiden, wer beliefert wird und wer nicht», sagt er.

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