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Vulkan kurz vor Ausbruch: Schweizer sitzen auf Bali fest

Knapp 60’000 Touristen sitzen auf der indonesischen Ferieninsel Bali fest. Die wichtigsten Antworten für Reisende.

Rund 60'000 Touristen sassen Montags auf Bali fest: Insgesamt 445 Flüge, darunter 196 internationale, wurden bislang gestrichen. (28. November 2017)
Rund 60'000 Touristen sassen Montags auf Bali fest: Insgesamt 445 Flüge, darunter 196 internationale, wurden bislang gestrichen. (28. November 2017)
/Darren Whiteside, Reuters
Aktiv und bedrohlich: Der Vulkan Agung stösst eine bis zu 4000 Meter hohe Rauchsäule aus. (26. November 2017)
Aktiv und bedrohlich: Der Vulkan Agung stösst eine bis zu 4000 Meter hohe Rauchsäule aus. (26. November 2017)
AFP
Der Agung ist einer von mehr als 120 aktiven Vulkanen in Indonesien, das auf dem Pazifischen Feuerring liegt.
Der Agung ist einer von mehr als 120 aktiven Vulkanen in Indonesien, das auf dem Pazifischen Feuerring liegt.
Keystone
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Was ist los auf Bali?

Seit Samstag brodelt der Vulkan Gunung Agung auf der indonesischen Insel Bali. Dicke Aschewolken reichen bis zu 3400 Meter in den Himmel. Behörden erwarten in Kürze einen Ausbruch: «Die gelegentlichen Eruptionen, zusammen mit Flammen, deuten darauf hin, dass eine grössere Explosion unmittelbar bevorsteht», sagte ein Sprecher der nationalen Katastrophenschutzbehörde. Indonesien hat die höchste Warnstufe ausgerufen und eine 10-Kilometer-Sperrzone um den Vulkan errichtet. 100’000 Menschen wurden evakuiert.

Was heisst das für Touristen?

Wegen der Situation ist der internationale Flugverkehr lahmgelegt: Der Flughafen in Balis Inselhauptstadt Denpasar ist seit Montag geschlossen und soll dies laut der Katastrophenschutzbehörde bis mindestens Mittwoch um 7 Uhr früh bleiben. Insgesamt 445 Flüge, darunter 196 internationale, wurden bislang gestrichen. Am Montag sassen rund 60’000 Touristen auf Bali fest. Auch der Flughafen von Lombok, einer Touristeninsel östlich von Bali, blieb am Sonntag vorübergehend geschlossen. Inzwischen heben laut Flugplanwieder Maschinen ab – dies wird aber kurzfristig je nach Wind und Aschevorkommen beschlossen.

Wie viele Schweizer sitzen auf Bali fest?

Reiseveranstalter DER Touristik Suisse zähle derzeit knapp 100 Gäste auf Bali, sagt Sprecher Markus Flick auf Anfrage von Tagesanzeiger/Newsnet. Zu der Gruppe gehören die Reiseveranstalter Kuoni, Helvetic Tours, Asia 365 und Manta Reisen. Von Hotelplan sind auf Bali derzeit neun Kunden, von TUI Suisse rund zehn. Sieben Gäste hätten zudem wegen der Flugsperrung nicht aus der Schweiz anreisen können, so TUI-Suisse-Sprecherin Bianca Schmidt.

Video: Touristen sitzen auf Bali fest

Vulkanologen erwarten nun eine grössere Eruption des Vulkans. (Video: Tamedia)

Wie gefährlich ist die Lage für Touristen?

Balis Ferienhochburgen Kuta und Ubud liegen mehr als zwei Autostunden vom Vulkan entfernt. Die meisten Touristen sehen den Gunung Agung deshalb nur aus der Ferne. Für Reisende, die am Flughafen festsitzen, hat Bali 100 Busse bereitgestellt. Diese können Personen vom Flughafen Denpasar wegtransportieren und mit Fähren auf die indonesische Hauptinsel Java bringen. Vor Ort scheint die Lage relativ ruhig zu sein: Eine Schweizer Reisende auf Balis Nachbarinsel Lombok berichtet Tagesanzeiger/Newsnet, dass viele Reisende vor allem nach Bali gelangen wollten, nicht weg von dort.

Wie sollen sich Reisende jetzt verhalten?

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) rät, sich an die Warnungen und Hinweise der lokalen Behörden zu halten. Betroffene Schweizer könnten sich ausserdem an die Schweizer Vertretung in Jakarta wenden, sagt Sprecherin Silvia Müller auf Anfrage. Diese stehe mit den lokalen Behörden in Kontakt und verfolge die Lage. Punktuell sei die Schweiz auch auf dem Flughafen auf Bali präsent. Schweizer Reisegesellschaften empfehlen, sich an die lokalen Reiseleiter oder Agenten zu wenden.

Wer zahlt für zusätzliche Übernachtungen?

Bei Hotelplan heisst es, für zwei Kunden, die heute wieder in die Schweiz hätten fliegen sollen, werde eine zusätzliche Übernachtung organisiert. Primär würden die Kosten für solche Zusatzübernachtungen von der jeweiligen Fluggesellschaft übernommen. Sollte dies nicht der Fall sein, werde man mit den Kunden eine Lösung finden, so Sprecherin Prisca Huguenin-dit-Lenoir. Auch Flick von DER Touristik Suisse sagt, für Pauschalgäste würden die Kosten für unfreiwillig verlängerte Aufenthalte übernommen. Der Trost für die, denen die Extraübernachtungen nicht bezahlt werden: Hotels dürften für Gestrandete derzeit auf Bali günstiger sein. Der indonesische Tourismusminister hat Hotels dazu aufgerufen, Zimmer zum halben Preis zu vermieten.

Starten ab Mittwoch wieder Flugzeuge?

Bevor der Flugverkehr in Denpasar wieder aufgenommen werden könne, müsse sichergestellt werden, dass auf den Start- und Landebahnen keine Asche liege, sagte Flughafenmanager Yanus Suorayogi. Es wird befürchtet, dass Asche in die Triebwerke der Flugzeuge geraten und diese beschädigen könnte. Die Situation werde laufend beurteilt.

Was bedeutet die Lage für die Airlines?

Singapore Airlines, die auch aus der Schweiz Verbindungen via Singapur nach Bali anbieten, haben ihre Flüge auf die Insel am Montag und Dienstag gestrichen. Viele Fluggesellschaften bereiten sich Reuters zufolge auf länger andauernde Ausfälle vor. Jeder Tag, der nicht geflogen werden könne, bedeute fünf Millionen Dollar Ausfälle für die 42 Airlines, die Bali ansteuern, sagte Corrine Png, Firmenchefin des Transport-Marktforschers Crucial Perspective der Nachrichtenagentur. Sollte die Situation länger andauern, könnten Airlines ihre Flüge nach Bali im Sommerflugplan reduzieren, so Png.

Was heisst die Vulkan-Krise für das Weihnachtsgeschäft?

Bali wird bei Touristen immer beliebter: Für dieses Jahr werden fünf Millionen Besucher erwartet. Auch Schweizer fliegen gern auf die indonesische Insel. Für das Weihnachtsgeschäft rechnet Hotelplan-Sprecherin Huguenin-dit-Lenoir wegen des Vulkanausbruchs aber nicht mit grossen Einbussen: «Anfang Dezember beginnt auf Bali die Regenzeit. Daher ist das klare Nebensaison», sagt sie. Auch bei TUI hat man noch keine Auswirkungen auf die Buchungen über die Feiertage bemerkt.

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