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Zurich Financial Services verfehlt Erwartungen

Die Versicherungsgruppe Zurich Financial Services hat im ersten Halbjahr 2010 einen Gewinn von 1,642 Milliarden Dollar erzielt. Dies bedeutet ein Rückgang von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Das Logo der Zurich am Sitz der Zurich Financial Services ZFS an der Zürcher Austrasse.
Das Logo der Zurich am Sitz der Zurich Financial Services ZFS an der Zürcher Austrasse.
Keystone

Unwetter, Naturkatastrophen und Abschreibungen haben dem Versicherer Zurich Financial Services (ZFS) einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der Gewinn schrumpfte im ersten Halbjahr um 16 Prozent auf 1,642 Mrd. Dollar.

Belastet wird das Resultat von Abschreibungen in Höhe von insgesamt 763 Millionen Dollar, wie der Konzern am Donnerstag bekannt gab. Alleine das unlängst aufgegebene Geschäft mit gewerblichen Immobilienkrediten in Irland und Grossbritannien schlug mit 330 Millionen Dollar negativ zu Buche.

Beeinflusst wurde das Ergebnis allerdings auch durch buchhalterische Anpassungen bei Absicherungsgeschäften auf ein geschlossenes US-Lebensversicherungsportfolio. Ohne diese Änderungen wäre der Gewinn gestiegen, hiess es weiter. Vor einem Jahr hatte ZFS noch einen Reingewinn von 1,254 Mrd. Dollar ausgewiesen.

Der so genannte operative Gewinn (Business Operating Profit, BOP) sank um 10 Prozent auf 2,286 Mrd. Dollar. Der BOP klammert das Anlageergebnis und andere Einflüsse aus und gilt im Zurich-Konzern als massgebliche Leistungskennzahl.

Erwartungen leicht verfehlt

Das gesamte Geschäftsvolumen der Gruppe, bestehend aus Bruttoprämien und Policengebühren, Beiträgen mit Anlagecharakter und Managementgebühren, legte um 3 Prozent auf 34,9 Mrd. Dollar zu.

Damit hat ZFS die Erwartungen der Finanzgemeinde leicht verfehlt. Analysten hatten im Durchschnitt gemäss der Nachrichtenagentur AWP mit einem Reingewinn von 1,689 Mrd. Dollar und einem BOP von 2,361 Mrd. Dollar gerechnet.

Die Aktie sank an der Börse kurz nach Handelsbeginn um 3,6 Prozent auf 240.7 Fr. und notierte am Tabellenende des Swiss Market Index.

Einbussen bei Sachversicherung

Gelitten hat das Sachversicherungsgeschäft, das etwa die Hälfte des Geschäftsvolumens ausmacht. Dort schrumpften die Bruttoprämien und Policengebühren um 2 Prozent auf 17,94 Mrd. Dollar. Der operative Gewinn brach um ein Fünftel auf 1,377 Mrd. Dollar ein. Zu Buche schlugen das verheerende Erdbeben in Chile sowie eine Reihe von Unwettern und Katastrophenschäden.

Alleine das Erdbeben in Chile dürfte ZFS 200 Millionen Dollar kosten, sagte Finanzchef Dieter Wemmer in einer Telefonkonferenz. Der Untergang der Bohrinsel «Deepwater Horizon», die im Golf von Mexiko die grösste Ölkatastrophe der Geschichte hervorrief, werde dem Versicherer 20 Millionen Dollar an direkten Kosten verursachen.

Aber es könnten noch indirekte Kosten entstehen durch Schadenzahlungen an Unternehmen, die lediglich indirekt mit der Katastrophe zu tun hätten. Diese indirekten Kosten könne er noch nicht beziffern, sagte Wemmer: Sie «bereiten mir aber keine schlaflosen Nächte».

Das Verhältnis von Schadenaufwand und Kosten zu den Prämieneinnahmen (Combined Ratio) verschlechterte sich von 96,2 auf 98 Prozent. Analysten hatten mit einem Satz von 97,6 Prozent gerechnet. Bei einem Wert von unter 100 Prozent decken die Prämieneinnahmen die Schadenzahlungen und Verwaltungskosten.

Wachstum bei Lebensversicherung

Besser lief es im Lebensversicherungsgeschäft. Dort legten die Bruttoprämien und Policengebühren und die Beiträge mit Anlagecharakter um 13 Prozent auf 13,111 Mrd. Dollar zu. Das operative Ergebnis stieg um 12 Prozent auf 720 Millionen Dollar.

Finanzchef Wemmer bezeichnet insgesamt die Resultate des Versicherungskonzerns als robust in einem weiterhin herausforderungsreichen Umfeld. Einen Ausblick für die Zukunft wollte Wemmer wie üblich nicht geben.

SDA/jak

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