Zeitungs-Chef verzichtet nach Kritik auf Teil seines Lohnes

Mitarbeiter der «Financial Times» haben das Gehalt von John Ridding beanstandet. Der Boss reagiert mit einer ungewöhnlichen Massnahme.

Ein Gehör für die Angestellten: «Financial Times»-Boss John Ridding. (Archiv)

Ein Gehör für die Angestellten: «Financial Times»-Boss John Ridding. (Archiv)

(Bild: Reuters Suzanne Plunkett)

Nach Kritik an seinem millionenschweren Gehalt gibt der Chef der Wirtschaftszeitung «Financial Times» (FT) einen Teil davon zurück. John Ridding erklärte in einer Mail an die Mitarbeiter des Blattes, er werde einen Teil seines Gehaltes in die Entwicklung der Zeitung stecken.

Konkret gibt er von den 2,6 Millionen Pfund (3,2 Millionen Franken), die er für 2017 erhalten habe, 510'000 Pfund (645'000 Franken) ab. Das Geld soll zunächst in einen Fonds fliessen, der dabei helfen solle, Frauen in höhere Positionen zu bringen. Auch solle mit dem Geld das Problem angegangen werden, dass Frauen schlechter als Männer bezahlt würden.

Noch weitere Forderungen

Der FT-Redakteur und Gewerkschafter Steve Bird hatte Anfang August gemeinsam mit anderen Reportern des Blattes an die FT-Mitarbeiter in aller Welt geschrieben, Riddings Gehalt sei absurd hoch und dieser sollte den Teil davon zurückgeben, der seinem Gehaltszuwachs von 2016 auf 2017 entspreche. 2016 hatte Ridding nach FT-Angaben 2,04 Millionen Pfund (2,6 Millionen Franken) verdient, 2017 waren es mit 2,55 Millionen (3,2 Millionen Franken) 510'000 Pfund (645'000 Franken) mehr.

Die Gewerkschaft der Journalisten bei der FT begrüsste am Mittwoch die Ankündigung ihres Chefs, forderte aber weitere Schritte. So müsse es auch eine höhere Bezahlung für Trainees bei der Zeitung geben und für andere Mitarbeiter eine Tarifanhebung oberhalb der Inflationsrate. Zudem solle Ridding erklären, wie viel Geld er im laufenden Jahr erhalte und auf seinen Bonus für 2018 verzichten.

fal/sda

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